Der deutsche Autobauer feiert in den USA einen historischen Absatzrekord – doch hinter der Fassade offenbart sich eine alarmierende Schwäche. Mit dem Wegfall der 7.500-Dollar-Steuerförderung brach die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen im vierten Quartal regelrecht ein. Der Konzern verkaufte 45,5 Prozent weniger reine Stromer als im Vorjahr. Was bedeutet diese Entwicklung für die mittelfristige Strategie und die Profitabilität?
Die wichtigsten Fakten:
* US-Absatz 2025: +4,7% auf 388.897 Fahrzeuge (neuer Rekord)
* EV-Absatz Q4: -45,5% auf nur 7.557 Einheiten
* EV-Absatz Gesamtjahr: -16,7% auf 42.484 Fahrzeuge
* Plug-in-Hybride: +30,7% (Kompensationseffekt)
* Deutsche Produktion: über 1 Million Fahrzeuge (jedes 4. in Deutschland gebaute Auto)
Rekordabsatz im Schatten der E-Mobilitätskrise
BMW konnte 2025 zum siebten Mal in Folge den Titel als absatzstärkste Premiummarke in den USA verteidigen. Vor allem die X-Modelle trieben das Wachstum. Der X3 legte um 11,3 Prozent zu, der X5 blieb ebenfalls gefragt. Die Kernkompetenz bei SUVs und Verbrennern zahlt sich aus.
Doch die Euphorie wird durch einen massiven Strukturbruch getrübt. Nach dem Ende der staatlichen Förderung im vierten Quartal mieden US-Käufer die reinen Elektromodelle. Die Zahlen sind eindeutig: Nur noch 7.557 vollelektrische BMW wurden im Schlussquartal verkauft – ein Minus von 45,5 Prozent. Über das Gesamtjahr summiert sich der Rückgang auf 16,7 Prozent.
Käufer wichen stattdessen auf Plug-in-Hybride aus, deren Absatz um 30,7 Prozent zulegte. Diese Verschiebung ist für BMW kurzfristig ein Glücksfall, langfristig aber ein Problem: Die Abhängigkeit von fossilen Antrieben bleibt bestehen, während die regulatorischen Anforderungen weltweit zunehmen.
Margendruck aus zwei Richtungen
Parallel zum US-Markt verschärft sich die Lage in China. Laut Branchenberichten ist BMW gezwungen, die Preise zu senken, um im brutalen Wettbewerb mit lokalen Herstellern mithalten zu können. Diese Rabattschlacht trifft direkt die operative Marge – und das ausgerechnet im wichtigsten Einzelmarkt der Welt.
Die deutsche Produktion mit über einer Million gefertigten Fahrzeugen beweist zwar industrielle Stärke. Doch wenn in China die Erlöse sinken und in den USA die margenstärkeren E-Modelle wegbrechen, gerät die Gesamtprofitabilität unter Druck.
Analysten bleiben neutral
RBC Capital Markets bestätigte am 7. Januar 2026 das Rating „Sector Perform“ für die BMW Aktie. Die Zurückhaltung der Analysten spiegelt die Unsicherheit wider: Solides Volumen steht strukturellen Margenrisiken gegenüber. Der Kurs notiert aktuell bei 93,02 Euro – ohne klare Richtung.
Die Investoren warten offenbar auf Signale, ob BMW die Wende in der E-Mobilität ohne Subventionen schaffen kann. Der dramatische Einbruch im vierten Quartal lässt daran zweifeln. Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob der Hybrid-Boom die Schwäche bei den reinen Stromern finanziell auffangen kann.
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