BMW Aktie: UBS dreht den Spieß um

Die Investmentbank UBS hat ihre Kaufempfehlung für BMW widerrufen, senkte das Kursziel und kürzte die Gewinnprognose für 2026 aufgrund von Schwächen auf dem chinesischen Markt.

Redaktion Stock-World ·
BMW Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • UBS senkt Kursziel und Gewinnprognose
  • Schwäche auf dem wichtigen China-Markt
  • Erwartung einer konservativeren Umsatzprognose
  • Free Cash Flow bleibt positiv

Die Bayern haben ein Problem. Am Dienstag verlor die BMW-Aktie bis zu zwei Prozent und sackte zeitweise auf 88,66 Euro ab – der niedrigste Stand seit Anfang Dezember. Zwar konnte sich das Papier später wieder etwas erholen und schloss bei 89,74 Euro, doch der Schaden war angerichtet. Verantwortlich für den Ausverkauf: Die Schweizer Investmentbank UBS, die ihre bisherige Kaufempfehlung kassiert hat.

Analyst Patrick Hummel stufte BMW am 9. Januar 2025 von „Buy“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 95 auf 93 Euro. Seine Begründung sitzt: Nach einem Jahr der Outperformance gegenüber anderen Autoherstellern sei das Chance-Risiko-Verhältnis nun ausgeglichener. Die Aktie notiert derzeit bei rund 92 Euro – gefährlich nah am neuen Kursziel.

China-Geschäft bröckelt weiter

Was steckt hinter der Skepsis? Die Gewinnaussichten für 2026 haben sich deutlich eingetrübt. UBS kürzte die Gewinnprognose je Aktie um fünf Prozent und liegt damit etwa zehn Prozent unter dem Marktkonsens. Besonders brisant: Die Bank erwartet nun eine operative EBIT-Marge von nur noch 5,2 Prozent für 2026 – der Konsens liegt bei 5,7 Prozent.

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung liegt in Fernost. Das vierte Quartal 2025 brachte zwar über 50.000 verkaufte Einheiten pro Monat in China, doch UBS warnt vor einer spürbaren Marktverlangsamung. Der gesamte chinesische Markt zeige Schwächesignale. Die Risiken sind nicht zu unterschätzen, zumal China traditionell ein wichtiger Gewinnbringer für die Münchner ist.

Konservative Prognose erwartet

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet UBS nun damit, dass BMW eine vorsichtigere Guidance abgeben wird als ursprünglich erhofft. Statt leichtem Umsatzwachstum erwartet die Bank eine flache Umsatzentwicklung zwischen minus einem und plus einem Prozent. Die operative Marge soll in einer Bandbreite von 4 bis 6 Prozent liegen – deutlich defensiver als die bisherige Spanne von 5 bis 7 Prozent.

Für das vierte Quartal 2025 prognostiziert UBS eine operative Marge von lediglich 4,0 Prozent. Das wäre am unteren Ende der Markterwartungen und würde den Druck auf das Management weiter erhöhen.

Bewertung verliert ihren Charme

Ein weiterer Knackpunkt: Die Bewertung. BMW handelt derzeit mit dem Neunfachen der erwarteten Gewinne für 2026 – deutlich über dem historischen Durchschnitt von etwa sieben. UBS argumentiert, dass die nicht-finanziellen Nettovermögenswerte zwar rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung ausmachen, die überschüssige Liquidität jedoch nur dann kurstrelevant wird, wenn eine Perspektive zur Kapitalrückführung besteht.

Nicht alles ist düster: Die Free-Cashflow-Prognose für 2026 bleibt unverändert positiv. UBS rechnet mit einer Verbesserung um etwa 2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr, getrieben durch niedrigere Investitionen und das Auslaufen von Sonderbelastungen wie dem Rückruf eines Bremssystems. Inklusive einer verzögerten Rückzahlung überzahlter US-Zölle könnte der Free Cashflow über 5 Milliarden Euro erreichen.

Bleibt die Frage: Reicht das, um die Bären zu besänftigen? Die nächsten Wochen werden zeigen, ob BMW die skeptischen Anleger mit konkreten Zahlen überzeugen kann. Bis dahin dürfte das Papier unter Druck bleiben.

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BMW Aktie

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