BMW Aktie: Verbrenner 2.000 Euro günstiger
Erstmals seit einem Jahr sind Verbrenner in Deutschland günstiger als E-Autos. Analysten sehen darin einen potenziellen Vorteil für den Münchner Autobauer.

Kurz zusammengefasst
- Verbrenner-Rabatte übertreffen E-Auto-Nachlässe
- BMW setzt auf breites Technologieportfolio
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 61 Euro
- Halbjahresbericht am 30. Juli erwartet
Während BMW-Aktionäre einen der schlechtesten Jahresstarts seit Jahren verdauen, dreht sich der Wind im deutschen Automarkt. Erstmals seit einem Jahr sind Verbrenner im Juni 2026 wieder günstiger als vergleichbare Elektroautos — und das könnte BMW mehr nützen als den meisten Wettbewerbern.
Verbrenner holen auf
Die Zahlen sind eindeutig. Laut einer Studie des Center Automotive Research (CAR) sind die Rabatte bei den 20 meistverkauften E-Autos von 19,5 Prozent im Januar auf 17,8 Prozent des Listenpreises gesunken. Verbrenner werden dagegen mit durchschnittlich 18,4 Prozent Nachlass angeboten. Unterm Strich sind Verbrenner damit rund 2.000 Euro günstiger als vergleichbare E-Modelle — im Dezember 2025 betrug dieser Abstand noch rund 1.300 Euro.
CAR-Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer liefert dazu eine klare Einschätzung: Staatliche Förderung im günstigen E-Segment kommt vor allem Importeuren aus China, Korea und Europa zugute. Deutsche Premiumhersteller wie BMW profitieren davon kaum. Eine Marktverschiebung hin zu Verbrennern spielt BMW also direkt in die Karten — der Konzern setzt seit Jahren auf ein breites Technologieportfolio statt auf reine Elektrostrategie.
Prognose gesenkt, Aktie unter Druck
Die gute Branchennachricht trifft auf ein angeschlagenes Unternehmen. Mitte Juni hat BMW die Jahresprognose für 2026 gesenkt. Der Konzern erwartet nun einen leichten Rückgang der Auslieferungen und eine EBIT-Marge von nur noch 1 bis 3 Prozent im Segment Automobile.
Die Aktie notiert bei 61,08 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 58,80 Euro. Seit Jahresanfang hat das Papier rund 36 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 24,5 und signalisiert damit einen stark überverkauften Zustand.
Wettbewerber unter Druck, Tesla baut aus
Das Branchenumfeld bleibt unruhig. Tesla plant, die Produktion im Werk Grünheide ab Oktober 2026 auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. Polestar trifft es härter: Das Unternehmen ist seit dem 25. Juni vom US-Markt für Neufahrzeuge ab Modelljahr 2027 ausgeschlossen. Grundlage ist die „Connected Vehicle Rule“ des US-Handelsministeriums, die chinesisch-verknüpfte Fahrzeuge betrifft.
Ob der Verbrenner-Trend ausreicht, um BMW aus dem Tief zu holen, wird der Halbjahresbericht am 30. Juli zeigen. Dann gibt es erstmals konkrete Zahlen zum laufenden Geschäftsjahr — und eine belastbare Grundlage für die Neubewertung der gesenkten Prognose.
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