BMW Aktie: Warnsignale häufen sich

Drei große Investmentbanken haben ihre Empfehlungen für BMW zurückgenommen, nachdem der Absatz in China deutlich eingebrochen ist und US-Zölle drohen.

Kurz zusammengefasst:
  • Drei Analystenhäuser senken ihre Empfehlungen
  • Absatz in China fällt um über 12 Prozent
  • US-Zölle könnten Milliardenbelastung bringen
  • Aktie notiert unter wichtiger Chartmarke

Die Stimmung kippt beim Münchner Autobauer. Innerhalb weniger Tage strichen gleich drei renommierte Investmentbanken ihre Bewertungen zusammen und sorgten für spürbare Unruhe bei den Anlegern. Während das Management auf eine breit angelegte Modelloffensive setzt, fragen sich Marktteilnehmer: Ist die aktuelle Schwäche in China nur temporär oder ein strukturelles Problem für die kommenden Jahre?

  • Aktueller Kurs: 87,18 € (+0,48 %)
  • Analysten-Votum: Berenberg, Barclays und UBS senken Daumen
  • China-Absatz: Rückgang um 12,5 % im Jahresvergleich
  • Charttechnik: Aktie notiert unter 50-Tage-Linie

Dreifacher Gegenwind durch Analysten

Die Analysten von Berenberg, Barclays und UBS sind sich weitgehend einig: Die Aussichten trüben sich ein. Die Privatbank Berenberg stufte den Titel auf „Hold“ herab und sieht vorerst wenig Spielraum für eine Neubewertung. Noch deutlicher wird Barclays. Die britische Bank warnt vor konkreten Risiken durch US-Zölle. Analyst Henning Cosman betont, dass diese Belastungen greifbarer seien und früher eintreten könnten als vom breiten Markt erwartet. Auch die UBS zog ihre Kaufempfehlung zurück und verwies auf die anhaltende Flaute im wichtigsten Absatzmarkt.

BMW

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China-Schwäche trifft auf Zoll-Angst

Diese Skepsis ist in den fundamentalen Daten begründet. Im vergangenen Jahr lieferte die BMW Group in China nur noch rund 625.500 Fahrzeuge aus – ein Minus von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Rekordjahr 2021 fehlen dem Konzern damit über 200.000 verkaufte Einheiten.

Zusätzlich belasten geopolitische Risiken die Kalkulation. S&P Global Ratings beziffert die potenzielle Belastung durch US-Zölle allein für das laufende Jahr auf rund 1,5 Milliarden Euro. Sollten diese Barrieren tatsächlich greifen, wären deutsche Premiumhersteller aufgrund ihrer Exponierung besonders stark betroffen.

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Modelloffensive als Antwort

Das Management steuert mit einer aggressiven Produktstrategie dagegen. Laut Medienberichten plant der Konzern, im Jahr 2026 mehr als 20 neue Fahrzeuge auf den chinesischen Markt zu bringen. Dazu zählen speziell für China entwickelte Varianten wie der iX3 mit langem Radstand. Um den Absatz kurzfristig zu stabilisieren, senkte BMW zudem bereits für 31 Modelle die Preise. Auch das Aktienrückkaufprogramm läuft weiter: Zuletzt erwarb das Unternehmen in einer Woche rund 235.000 eigene Anteile, um den Kurs zu stützen.

Chartbild bleibt angeschlagen

Trotz der heutigen leichten Erholung auf 87,18 Euro bleibt die technische Lage angespannt. Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier rund 6,5 Prozent an Wert. Der Kurs rutschte dabei unter den wichtigen 50-Tage-Durchschnitt von 91,55 Euro, was den kurzfristigen Abwärtstrend bestätigt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von über 97 Euro beträgt mittlerweile gut 10 Prozent.

Am 12. März präsentiert BMW die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025, bevor am 6. Mai der Bericht zum ersten Jahresviertel 2026 folgt. Investoren werden hier primär darauf achten, ob die Preissenkungen in China die Margen erodieren lassen oder ob die Volumenstrategie aufgeht.

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