Boeing Aktie: Aufträge trotz Iran-Krise stabil
Boeing hält an Aufträgen fest, trotz Iran-Konflikt. Der Fokus liegt auf dem schrittweisen Ausbau der 737-MAX-Produktion zur Schuldenreduzierung.

Kurz zusammengefasst
- Aufträge bleiben trotz Iran-Krise stabil
- Produktion der 737 MAX soll steigen
- Schuldenabbau als zentrales Ziel
- Neue Fertigungslinie startet im Juli
Der Iran-Krieg hält die Luftfahrtbranche in Atem — doch für Boeing könnte der Rüstungseffekt auf Bestellungen kleiner ausfallen als befürchtet.
Auf dem IATA-Jahresgipfel in Rio de Janeiro signalisierte der Regionalvizepräsident der Luftfahrtorganisation für Afrika und den Nahen Osten, dass Middle-Eastern Airlines ihre Bestellungen trotz Unsicherheit und gestiegener Treibstoffpreise nicht aufschieben sollten. Der Grund ist pragmatisch: Die Wartezeiten auf neue Flugzeuge sind schlicht zu lang. Wer jetzt zurückrudert, verliert seinen Platz in der Lieferschlange — und das kostet am Ende mehr als das Abwarten.
Vom Krisenmodus in den Rekordmodus
Parallel zu dieser Einschätzung wird deutlich, dass Boeing ohnehin kaum Kapazitäten für Rückschläge hat. CEO Kelly Ortberg bestätigte, dass der Konzern prüft, ob die 737-MAX-Produktion mittelfristig auf 70 Flugzeuge pro Monat hochgefahren werden könnte — ein Niveau, das bislang nie erreicht wurde.
Der Weg dorthin ist noch weit und vor allem gestuft. Aktuell produziert Boeing 42 Maschinen pro Monat, ab Mitte Sommer sollen es 47 sein. Die nächste Etappe liegt bei 52 Stück — getragen von einer neuen Fertigungslinie in Everett, Washington, auf die am 6. Juli das erste Flugzeug aufgezogen werden soll. Das offizielle Langfristziel liegt bei 63 Maschinen. Die 70er-Marke ist noch eine Studienfrage, kein Plan.
Schulden als Treiber
Ortberg macht keinen Hehl daraus, warum die Produktionsausweitung so wichtig ist. Boeing hat in den vergangenen Jahren mehr als 30 Milliarden Dollar Verlust angehäuft und dazu historisch hohe Schulden aufgetürmt. Höhere Stückzahlen sind der direkteste Weg zurück in die Gewinnzone.
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Die Produktion der 737 MAX war nach einem Vorfall, bei dem eine Kabinenwand einer fast neuen Maschine während des Flugs herausbrach, von der US-Luftfahrtbehörde FAA auf 38 Einheiten pro Monat gedeckelt worden. Diese Beschränkung wurde im Oktober 2025 aufgehoben, nachdem Boeing Produktions- und Qualitätsverbesserungen umgesetzt hatte. Seitdem erhöht der Konzern die Taktrate schrittweise — mit explizitem Fokus auf Stabilität vor Geschwindigkeit.
Die Lieferkette bleibt dabei der entscheidende Engpass. Triebwerke, Bauteile, Fachkräfte — die gesamte Branche kämpft mit denselben Kapazitätsproblemen. Airbus, Boeings schärfster Konkurrent, peilt monatlich 75 Maschinen der A320neo-Familie an, erwartet dieses Ziel jedoch frühestens Ende 2027 zu erreichen. Boeing hat also ein strukturell ähnliches Problem — allerdings mit deutlich mehr Aufholbedarf.
Der nächste konkrete Meilenstein ist der 6. Juli: Läuft die neue Everett-Linie planmäßig an, wäre das ein handfestes Signal, dass der Produktionshochlauf technisch auf Kurs ist.
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