Boeing Aktie: Cashflow schlägt Erwartungen

Boeing überrascht mit deutlich besserem Barmittelzufluss als erwartet, während Sonderbelastungen durch die Air Force One den Gewinn belasten.

Redaktion Stock-World ·
Flügel eines Verkehrsflugzeugs vor einem goldenen Sonnenuntergang als Symbol für die Luftfahrtindustrie. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Freier Cashflow übertrifft Analystenerwartungen
  • Nettoverlust durch Air Force One Mehrkosten
  • Umsatz steigt auf 24,6 Milliarden Dollar
  • Rekordauftragsbestand von 715 Milliarden Dollar

Ein Nettoverlust, der eigentlich eine gute Nachricht ist – bei Boeing passt das gerade zusammen. Der Flugzeugbauer hat im zweiten Quartal deutlich mehr Barmittel erwirtschaftet als gedacht, während unter dem Strich erneut rote Zahlen stehen. Der Grund dafür liegt einmal mehr bei einem Projekt, das eigentlich nichts mit dem Kerngeschäft zu tun hat: der neuen Air Force One.

Operatives Geschäft überrascht positiv

Boeing kam im zweiten Quartal auf einen bereinigten freien Barmittelzufluss von 631 Millionen Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Abfluss von rund 331 Millionen Dollar gerechnet – die Differenz ist beachtlich. Der operative Cashflow kletterte auf 1,36 Milliarden Dollar, nach nur 227 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Treiber war die Produktion: Boeing lieferte 171 Flugzeuge aus, nach 150 im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von rund 24,3 Milliarden Dollar. Im Schlüsselprogramm 737 läuft die Produktion inzwischen bei 47 Maschinen pro Monat, die Zertifizierung der Varianten 737-7 und 737-10 ist abgeschlossen – ausgeliefert werden sollen sie 2027.

Air Force One belastet weiter

Unter dem Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von 428 Millionen Dollar, wenn auch rund 30 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Der bereinigte Kernverlust je Aktie lag mit 0,76 Dollar deutlich über den Erwartungen von minus 0,28 Dollar – ein klarer Fehlschlag gegenüber der Prognose.

Hauptursache sind erneute Sonderbelastungen beim Bau der neuen Präsidentenmaschine VC-25B, besser bekannt als Air Force One. Im Quartal kamen weitere 280 Millionen Dollar an Mehrkosten hinzu, die Gesamtbelastung aus dem Programm liegt inzwischen bei mehr als drei Milliarden Dollar. Das Rüstungsgeschäft bleibt damit der wunde Punkt in einer ansonsten robusten Bilanz.

An der Börse reagierten Anleger dennoch gelassen: Die Aktie notierte vorbörslich rund 1,4 Prozent höher bei etwa 214 Dollar. Jefferies bestätigte im Vorfeld der Zahlen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 295 Dollar, verwies aber auf das Risiko weiterer Kostensteigerungen bei Großprojekten im Rüstungsbereich.

Rekordauftragsbestand als Rückenwert

Der Auftragsbestand wuchs auf ein Rekordniveau von 715 Milliarden Dollar, verteilt auf mehr als 6.200 Flugzeuge. Im Quartal kamen 246 Nettobestellungen hinzu, unter anderem von Korean Air, Delta Air Lines und SMBC Capital. Konzernchef Kelly Ortberg sprach von stabileren Abläufen und planmäßig laufenden Zertifizierungsprogrammen.

Für das laufende Jahr gibt Boeing weiterhin keine Gewinnprognose ab. Ortberg hält aber am Ziel eines positiven freien Barmittelflusses zwischen einer und drei Milliarden Dollar fest. Die erste Auslieferung der neuen Großraumjet-Variante 777X ist für 2027 geplant – sieben Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

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Boeing Aktie

156,36 EUR

+ 2,60 EUR +1,69 %
KGV 17,80
KUV 1,58
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 137,34 Mrd. USD
ISIN: US0970231058 WKN: 850471

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