Booking Holdings Aktie: Management dämpft die Hoffnung aufs Jahresende
Höhere Buchungen und bereinigte Gewinne treffen auf Umsatzbelastungen sowie eine zurückhaltende Prognose für das vierte Quartal.

Kurz zusammengefasst
- Bereinigter Gewinn je Aktie steigt
- Ausgewiesener Umsatz sinkt um ein Prozent
- Übernachtungen sollen moderat zulegen
- Drei Analysehäuser senken ihre Kursziele
Booking Holdings hat im dritten Quartal geliefert, dämpft aber die Erwartungen für den Jahresschluss. Mehrere Analysten kappen daraufhin ihre Kursziele, die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief.
Zahlen über Plan, Umsatz belastet
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 17 Prozent auf 4,66 Dollar. Das Buchungsvolumen wuchs um zehn Prozent, die Übernachtungen legten um sieben Prozent zu, nach gut fünf Prozent im Vorquartal. Beim Gewinn je Aktie hilft zudem die Kasse: Seit Jahresbeginn flossen 9,9 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe.
Der ausgewiesene Umsatz sank dagegen um ein Prozent auf 8,89 Milliarden Dollar. Ursache ist ein Verfahren der US-Verbraucherschutzbehörde FTC. Booking zieht dafür 900 Millionen Dollar vom Umsatz ab und stellt weitere 100 Millionen Dollar zurück. Bereinigt wuchs der Umsatz um neun Prozent. Das erklärt auch, warum der Umsatz die Konsenserwartung deutlich verfehlte, während Buchungen und bereinigtes EBITDA darüber lagen.
Schwaches Schlussquartal im Blick
Für das vierte Quartal stellt das Management nur ein bis drei Prozent mehr Übernachtungen in Aussicht. Das bereinigte EBITDA soll etwa auf Vorjahresniveau bleiben.
Die Nachfrage nach Auslandsreisen ließ zuletzt nach, hinzu kommen Störungen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, höhere Flugpreise und Unruhen in einigen europäischen Städten. Die Vergleichsbasis ist zudem hoch, denn im Schlussquartal 2025 stiegen die Übernachtungen um neun Prozent.
Das Gesamtjahr bleibt davon unberührt. Booking peilt weiter ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich bei Buchungsvolumen und bereinigtem Umsatz an.
Die Analysten reagieren gemischt, aber vorsichtig:
- BMO senkt das Kursziel auf 245 Dollar (zuvor 250) und bleibt bei „Outperform“
- Mizuho reduziert auf 205 Dollar (zuvor 240), ebenfalls „Outperform“, und lobt den geringen KI-Traffic-Anteil
- Goldman Sachs kappt auf 175 Dollar (zuvor 180) bei „Neutral“ und verweist auf Nachfragegegenwind
KI als Chance und Streitpunkt
Schwerer wiegt für den Kurs die Sorge, KI-Assistenten könnten Buchungen künftig an Booking vorbeilenken. Das Management hält dagegen: Nutzer der eigenen KI-Assistenten bei Priceline und Agoda buchen etwa doppelt so oft wie Kunden ohne Assistent. Zudem sollen KI-Werkzeuge Effizienzgewinne bei Kundenservice und Entwicklung bringen.
Die Aktie schloss vor den Zahlen bei 155,67 Dollar, rund 30 Prozent unter dem Hoch von 220,81 Dollar. Die nächste Hürde liegt bei etwa 168,50 bis 169 Dollar, wo Oktober-Hoch und 50-Tage-Linie zusammenfallen. Unterstützung bietet das Tief vom Oktoberende bei 146,28 Dollar. Fällt der Kurs darunter, entsteht ein neues 52-Wochen-Tief.
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