BP: $14–$18 Milliarden Nettoverschuldung bis 2027
Trotz eines unerwartet hohen Quartalsgewinns priorisiert BP die Reduzierung der Nettoschulden vor Aktienrückkäufen.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn übertrifft Analystenerwartungen deutlich
- Aktienrückkäufe bleiben vorerst ausgesetzt
- Nettoverbindlichkeiten sollen bis 2027 sinken
- Verkaufserlöse von bis zu zehn Milliarden Dollar
Rekordgewinne im Handelsgeschäft, aber leere Hände für Aktionäre auf der Suche nach Aktienrückkäufen. Nach einem unerwartet starken Jahresauftakt zieht das Management von BP eine klare Linie. Die Bilanzsanierung hat absolute Priorität vor kurzfristiger Kurspflege.
Schuldenabbau statt Aktienrückkäufe
Die Verwerfungen an den Energiemärkten infolge des Iran-Krieges spülten im ersten Quartal massiv Kapital in die Kassen des britischen Ölkonzerns. Der bereinigte Gewinn kletterte auf 3,2 Milliarden US-Dollar und übertraf die Analystenschätzungen deutlich. Dennoch bleiben die im Februar ausgesetzten Aktienrückkäufe auf Eis.
Die Konzernspitze reagiert damit auf die gestiegene Verschuldung. Zuletzt kletterten die Nettoverbindlichkeiten auf über 25 Milliarden US-Dollar. Bis 2027 peilt das Management eine Senkung auf maximal 18 Milliarden US-Dollar an.
Ein zentraler Baustein dieser Entschuldung ist die Reduzierung der ewigen Hybridanleihen. BP plant, dieses Kapitalpolster marktabhängig von 13,3 Milliarden auf rund neun Milliarden US-Dollar einzudampfen. Die erste Tranche steht unmittelbar bevor. Im zweiten Quartal will der Konzern Papiere im Wert von 2,5 Milliarden Euro ohne Refinanzierung tilgen.
Parallel dazu spülen geplante Verkäufe frisches Geld in die Kassen. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit Veräußerungserlösen von bis zu zehn Milliarden US-Dollar. Nach Abschluss des Verkaufs der Gelsenkirchen-Raffinerie steigt das strukturelle Einsparziel bis 2027 auf bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar.
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Gegenwind im zweiten Quartal
Trotz der operativen Stärke warnte das Management vor schwächeren Monaten. Saisonale Wartungsarbeiten im Golf von Mexiko und die anhaltenden Störungen im Nahen Osten dürften die Produktion drosseln. Im Kundengeschäft rechnet BP mit sinkenden Margen im Midstream-Bereich.
Auf der Hauptversammlung kassierte die Führungsetage einen Dämpfer, da Investoren geplante Lockerungen bei der Klimaberichterstattung mehrheitlich ablehnten. Die Aktie zeigt sich von diesen internen Reibereien unbeeindruckt. Mit einem aktuellen Kurs von 6,64 Euro notiert das Papier seit Jahresbeginn rund 31 Prozent im Plus. Der hohe RSI-Wert signalisiert allerdings eine technisch überkaufte Marktsituation.
Das Management muss nun an zwei Fronten liefern. Bis Ende Oktober steht ein Bericht an die Aktionäre an, um die formulierten Bedenken bezüglich der Klimaziele auszuräumen. Solange die Kapitalallokation derart im Fokus der Investoren steht, bleibt der strikte Sparkurs die einzige vertretbare strategische Route für den Vorstand.
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