BP Aktie: Bilanzfokus

BP setzt sein Aktienrückkaufprogramm aus, um die Bilanz zu stärken. Die Nettoverschuldung liegt deutlich über dem Ziel, während die Dividende stabil bleibt.

Kurz zusammengefasst:
  • Aktienrückkäufe sofort ausgesetzt
  • Nettoverschuldung über Zielkorridor
  • Dividende bleibt unverändert stabil
  • Quartalsverlust durch Wertminderungen

BP setzt seine Aktienrückkäufe mit sofortiger Wirkung aus – und der Markt quittiert den Kurswechsel mit deutlichen Verkäufen. Heute fällt die Aktie nach Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal im Handel um rund 4% bis 6%. Im Kern geht es um eine klare Priorität: weniger Ausschüttungsspielraum, mehr Schuldenabbau.

Wird die Bilanzreparatur zum neuen Taktgeber für die Kapitalrückflüsse an die Aktionäre? Genau darauf zielt die Neuausrichtung ab.

BP

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Heute: -
7 Tage: -
  • Aktienrückkäufe: sofort ausgesetzt
  • Nettoverschuldung: 22,2 Mrd. US-Dollar (Ziel: 14 bis 18 Mrd. US-Dollar)
  • Dividende: unverändert bei 8,32 Cent je Aktie

Rückkäufe gestoppt – Schulden im Fokus

Auslöser der negativen Reaktion ist vor allem der Stopp des Rückkaufprogramms. Das Management begründet den Schritt mit der Stärkung der Bilanz. Mit 22,2 Mrd. US-Dollar liegt die Nettoverschuldung deutlich über der eigenen Zielspanne von 14 bis 18 Mrd. US-Dollar.

Folge: Das bisherige Finanzmodell, das einen festen Anteil des überschüssigen Cashflows an die Aktionäre zurückführen sollte, wird vorerst zurückgestellt. Stattdessen steht der Schuldenabbau im Vordergrund.

Operativ okay – bilanziell tiefrot

Beim operativen Ergebnis blieb BP im Rahmen der Erwartungen. Der zugrunde liegende Replacement-Cost-Gewinn (Underlying RC Profit) lag im vierten Quartal bei 1,54 Mrd. US-Dollar und traf damit den allgemeinen Marktkonsens. Gegenüber dem dritten Quartal (2,21 Mrd. US-Dollar) ist das aber ein spürbarer Rückgang, belastet durch niedrigere Ölpreise und schwächere Raffineriemargen.

Deutlich schwerer wiegt der ausgewiesene Quartalsverlust von 3,4 Mrd. US-Dollar. Dahinter stehen rund 4 Mrd. US-Dollar an Wertminderungen und Abschreibungen, die vor allem das Low-Carbon-Portfolio treffen – darunter Offshore-Wind- und Biogas-Assets. Trotz dieser bilanziellen Belastungen hält BP die Quartalsdividende bei 8,32 Cent je Aktie stabil.

Neue Chefin, härtere Sparziele

Parallel zu den Zahlen stellt sich BP auf einen Führungswechsel ein: Meg O’Neill soll am 1. April 2026 den CEO-Posten übernehmen. Zudem schärft der Konzern seine Effizienzziele nach und erhöht das Ziel für strukturelle Kostensenkungen auf 5,5 bis 6,5 Mrd. US-Dollar bis Ende 2027.

Operativ verweist BP außerdem auf einen Explorationserfolg in Brasilien. Die Entdeckung „Boomerang“ soll nach Unternehmensangaben 8 Mrd. Barrel Öl und Kondensat „in place“ umfassen und unterstreicht den Fokus auf hochwertige Kohlenwasserstoff-Projekte neben der Transformationsstrategie.

Am 1. April 2026 wird mit dem CEO-Wechsel der nächste konkrete Meilenstein erreicht – bis dahin dürfte vor allem entscheidend bleiben, wie schnell BP die Nettoverschuldung von 22,2 Mrd. US-Dollar wieder in die Zielspanne von 14 bis 18 Mrd. US-Dollar zurückführt.

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