Die Zeiten halbherziger grüner Ambitionen sind vorbei: BP vollzieht eine strategische Kehrtwende und setzt wieder aggressiv auf fossile Brennstoffe, insbesondere US-Schieferöl. Obwohl der Energieriese sein Aktienrückkaufprogramm stoppt und die Gewinnerwartungen verfehlt hat, reagiert der Markt erleichtert. Anleger honorieren die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft und die klare Abkehr von der bisherigen Strategie, die viele als zu unentschlossen empfanden.
Alles auf Schieferöl
Während Konkurrenten wie Diamondback Energy angesichts drohender Überangebote auf die Bremse treten, wählt BP den Angriff. Über seine US-Tochter BPX Energy plant der Konzern, die Produktion im Jahr 2026 um 8 Prozent zu steigern. Das Ziel ist klar definiert: Bis 2030 sollen täglich 650.000 Barrel Öläquivalent gefördert werden.
Dieser antizyklische Schritt soll den jahrelangen Rückgang der Fördermengen stoppen. Kyle Koontz, CEO von BPX, setzt dabei auf Effizienz statt reines Volumenwachstum. Durch sinkende Betriebskosten sollen Barmittel freigesetzt werden, die dem Mutterkonzern Luft verschaffen. Die Botschaft ist eindeutig: Kurzfristige Marktschwankungen werden ignoriert, solange keine globalen Krisen wie eine Pandemie die Nachfrage komplett einbrechen lassen.
Dämpfer für Aktionäre: Rückkauf gestoppt
Trotz der offensiven Wachstumspläne muss BP kurzfristig den Gürtel enger schnallen. Das Unternehmen hat sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt, um die Bilanz zu stärken. Dies ist eine direkte Reaktion auf die gesunkenen Ölpreise, die im vergangenen Jahr den größten Jahresverlust seit der Pandemie verzeichneten.
Auch die Zahlen für das Gesamtjahr 2025 spiegeln das schwierige Umfeld wider. Mit einem Nettogewinn von 7,49 Milliarden US-Dollar verfehlte BP die Analystenerwartungen von 7,58 Milliarden US-Dollar knapp und blieb deutlich unter dem Vorjahreswert von fast 9 Milliarden US-Dollar. Das Management reagiert mit strikter Kostendisziplin: Das Investitionsbudget (CapEx) für 2026 wurde auf 13 bis 13,5 Milliarden US-Dollar begrenzt.
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Neuanfang an der Spitze
Der strategische Umbau wird von einem personellen Neuanfang begleitet. Nach Druck des aktivistischen Investors Elliott Investment Management musste CEO Murray Auchincloss seinen Posten räumen. Ab April 2026 übernimmt Meg O’Neill die Führung. Sie ist nicht nur die erste externe Besetzung auf diesem Posten, sondern auch die erste Frau an der Spitze eines großen globalen Ölproduzenten.
Marktbeobachter werten den Führungswechsel und die strategische Neuausrichtung positiv. Der Aktienkurs legte zuletzt zu, da Investoren die Abkehr von der ungeliebten Erneuerbare-Energien-Strategie begrüßen. Die Aktie notierte zum 1. März 2026 bei rund 477 GBP und nähert sich damit wieder ihrem 52-Wochen-Hoch.
Blick nach vorn
Das Jahr 2026 wird zur Bewährungsprobe für die neue Führung. Meg O’Neill muss beweisen, dass die Wette auf US-Schieferöl trotz globaler Überangebotsrisiken aufgeht und die Kapitaldisziplin Früchte trägt. Investoren werden genau beobachten, ob BP die versprochene Produktionssteigerung liefern kann, ohne die Profitabilität zu gefährden.
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