BP Aktie: Dividendenperle ohne Rückkauf
Raffinerien und Energiehandel treiben BPs Gewinn im dritten Quartal; der Konzern setzt auf Schuldenabbau statt zusätzlicher Rückkäufe.

Kurz zusammengefasst
- Bereinigter Nettogewinn steigt auf 8,5 Milliarden Dollar
- Raffinerien und Energiehandel liefern Ergebnisbeitrag
- Keine zusätzlichen Aktienrückkäufe in Aussicht gestellt
- Strategievorstellung für den 15. Dezember geplant
Der Ölkonzern profitiert von knappen Märkten, doch die Anleger bekommen diesmal weniger als erhofft. BP hat im dritten Quartal den Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast vervierfacht und liefert dennoch keine zusätzlichen Aktienrückkäufe. Die Aktie legte nach der Mitteilung knapp zwei Prozent zu.
Raffinerien und Handel tragen das Ergebnis
Der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn sprang von 2,21 auf knapp 8,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht rund 7,6 Milliarden Euro. Analysten hatten deutlich weniger erwartet.
Mehr als die Hälfte des Ergebnisses stammt aus den Raffinerien und dem Handel mit Energieprodukten. Dahinter steht eine angespannte Versorgungslage. Konzernchefin Meg O’Neill verweist auf anhaltende Unruhe an den Energiemärkten und gestörte Lieferwege. Viele Raffinerien laufen nahe der Kapazitätsgrenze, um fehlende Produkte auszugleichen. Tanker müssen Umwege fahren und längere Strecken zurücklegen.
Als Ursachen der knappen Versorgung gelten der Iran-Krieg sowie ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien. Der Ölpreis notiert wieder über 100 Dollar je Barrel, einzelne Kraftstoffe verteuerten sich zuletzt noch stärker. Auch Wettbewerber wie Shell profitieren davon. Staatliche Reserven und der Abbau kommerzieller Lagerbestände helfen, Lücken zu überbrücken.
Schuldenabbau statt Ausschüttung
Anders als mehrere andere große Ölkonzerne stellte BP keine zusätzlichen Aktienrückkäufe in Aussicht. Das passt zum Kurs der Chefin. O’Neill führt das Unternehmen erst seit April und ist die erste Frau an der Spitze des Konzerns. Sie will Kosten senken, Vermögenswerte verkaufen und Schulden abbauen.
Marktbeobachter dürften die Zurückhaltung als Zeichen werten, dass die Bilanz Vorrang vor schnellen Ausschüttungen hat. Der Gewinnsprung gibt dafür reichlich Spielraum.
Konkreter wird es am 15. Dezember. Dann will O’Neill die strategische Ausrichtung des Konzerns vorstellen. Dort dürfte sich zeigen, wie viel vom aktuellen Rückenwind in Schuldenabbau, Investitionen und Aktionärsrenditen fließt.
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