BP Aktie: Im Zwiespalt gefangen!
Bei der BP-Hauptversammlung formiert sich starker Widerstand von Investoren gegen virtuelle Hauptversammlungen und die Streichung von Klimaberichtspflichten. Zudem blockierte der Konzern einen Aktionärsantrag zur Öl- und Gasnachfrage.

Kurz zusammengefasst
- Starker Widerstand von Pensionsfonds und Proxy-Beratern
- Blockierter Aktionärsantrag zu Nachfagerisiken bei Öl und Gas
- Debatte um virtuelle Hauptversammlungen und Klimaberichte
- Neue Konzernstruktur unter CEO Meg O'Neill geplant
Morgen trifft sich BP zur Hauptversammlung — und der Gegenwind ist ungewöhnlich stark. Pensionsfonds, Proxy-Berater und Klimaaktivisten haben sich gegen mehrere Beschlüsse positioniert, während eine blockierte Aktionärsresolution den eigentlichen Zündstoff liefert.
Die blockierte Resolution
Im Mittelpunkt steht ein Aktionärsantrag, den BP schlicht nicht auf die Tagesordnung gesetzt hat. Die niederländische Shareholder-Advocacy-Gruppe Follow This hatte ihn gemeinsam mit 16 institutionellen Investoren eingereicht. Der Antrag fordert BP auf, darzulegen, wie das Unternehmen Aktionärswert schützen will, sollte die Nachfrage nach Öl und Gas sinken. BP verweigerte die Aufnahme — obwohl die gesetzliche Einreichungsschwelle nach dem britischen Companies Act 2006 nach eigenen Angaben erreicht worden war.
Hinter dem Antrag stehen inzwischen 23 institutionelle Investoren mit zusammen 1,74 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen. Shell hat eine nahezu identische Resolution für seine Hauptversammlung am 19. Mai zugelassen — ein Kontrast, der Investoren nicht entgangen ist.
Proxy-Berater und Pensionsfonds stimmen gegen BP
Das Local Authority Pension Fund Forum (LAPFF), ein einflussreicher britischer Pensionsfondsverband, empfiehlt seinen Mitgliedern, gegen Aufsichtsratschef Albert Manifold und weitere vom Vorstand unterstützte Beschlüsse zu stimmen. Hinter dieser Empfehlung stehen die Proxy-Berater Glass Lewis und ISS sowie Legal & General Investment Management, einer der größten europäischen Vermögensverwalter.
ISS empfiehlt, gegen die Beschlüsse 22 und 23 zu stimmen. Legal & General geht weiter und lehnt die Beschlüsse 22, 23, 24 und 4 ab. Beschluss 22 würde BP erlauben, künftig rein virtuelle Hauptversammlungen abzuhalten. Beschluss 23 zielt darauf ab, zwei Klimaberichtspflichten aus den Jahren 2015 und 2019 aus der Unternehmenssatzung zu streichen — Verpflichtungen, die noch vor Einführung der verpflichtenden TCFD-Anforderungen beschlossen wurden.
BP verteidigt beide Vorhaben. Für die virtuelle HV führt das Unternehmen an, sie ermögliche eine breitere Beteiligung über Zeitzonen hinweg. Beim Thema Klimaberichtspflichten verweist BP darauf, dass die alten Satzungsregeln durch neuere, verbindliche Anforderungen überholt seien.
Neues Management, unklarer Zeitplan
Die Hauptversammlung findet inmitten eines tiefgreifenden Konzernumbaus statt. Seit dem 1. April führt Meg O’Neill — BPs vierter CEO seit 2020 — das Unternehmen. Unter ihrer Leitung soll BP in zwei Haupteinheiten aufgeteilt werden: Upstream und Downstream. Der Handelsbereich bleibt separat und berichtet weiterhin an Stellvertreterin Carol Howle. Einen konkreten Zeitplan für den Umbau gibt es bislang nicht.
Aufsichtsratschef Manifold hat Aktionären signalisiert, dass die Neuausrichtung mindestens zwei Jahre brauchen wird, bis sie Früchte trägt.
Schulden steigen, Verkaufsprogramm läuft
Finanziell steht BP unter Druck. Die Nettoverschuldung dürfte zum Ende des ersten Quartals auf 25 bis 27 Milliarden Dollar gestiegen sein — gegenüber 22,2 Milliarden Dollar Ende 2025. Als Haupttreiber nennt BP einen erheblichen Anstieg des Working Capital. Die vollständigen Q1-Zahlen folgen am 28. April.
Beim geplanten Verkaufsprogramm kommt BP voran: Von den angestrebten 20 Milliarden Dollar bis 2027 sind bereits mehr als 11 Milliarden Dollar angekündigt oder abgeschlossen. Der jüngst vereinbarte Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch Group ist ein weiterer Schritt — und soll jährliche Betriebskosten von rund einer Milliarde Dollar einsparen. Das Kostensenkungsziel bis 2027 liegt nun bei 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar.
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