BP Aktie: Neue Führung, alte Konflikte
BP bündelt strategische Neuausrichtung unter neuer CEO und stellvertretender Aufsichtsratschefin. Der Kurs hin zum Kerngeschäft wird von großen Aktionären vor der Hauptversammlung infrage gestellt.

Kurz zusammengefasst
- Doppelrolle für Carol Howle bei Strategie und Portfolio
- Glass Lewis empfiehlt Votum gegen Aufsichtsratschef Manifold
- Großauftrag des US-Verteidigungsministeriums gesichert
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch nach starkem Anstieg
Zwei Personalentscheidungen in weniger als einer Woche: BP gestaltet seine Führungsebene grundlegend um. Während Meg O’Neill seit dem 1. April als neue CEO das Ruder übernommen hat, wurde Carol Howle nun zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Ihre erweiterte Zuständigkeit umfasst ab sofort auch die laufende Portfolio-Überprüfung und Strategieentwicklung des Konzerns.
Strategischer Umbau mit neuem Gesicht
Howle verantwortet bislang das Handels- und Logistikgeschäft (Supply, Trading & Shipping). Mit ihrer neuen Doppelrolle bündelt BP die strategische Neuausrichtung in einer Hand. Marktbeobachter beschreiben den eingeschlagenen Kurs als Rückbesinnung auf das Kerngeschäft mit Kohlenwasserstoffen, ergänzt durch selektive Positionen in margenstärkeren Wachstumsbereichen. O’Neill, zuvor CEO von Woodside Energy, soll dabei technische und operative Strenge einbringen.
Gegenwind vor der Hauptversammlung
Die personellen Weichenstellungen fallen in eine politisch heikle Phase. Auf der Hauptversammlung am 23. April steht Aufsichtsratschef Albert Manifold unter Druck: Der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis empfiehlt, gegen ihn zu votieren. Hintergrund ist BPs Entscheidung, eine klimabezogene Resolution der Initiative „Follow This“ von der Tagesordnung zu streichen — eine Abstimmung, die längerfristige Strategieszenarien bei sinkender Öl- und Gasnachfrage hätte diskutieren sollen. Auch Legal & General Investment Management, ein bedeutender Aktionär, will gegen Manifold stimmen.
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Operative Meldungen stützen das Bild
Abseits der Führungsdebatte laufen die Geschäfte: BP Products North America sicherte sich am 6. April einen Kraftstoffliefervertrag mit dem US-Verteidigungsministerium im Volumen von 813 Millionen US-Dollar, gültig bis April 2027. In Ägypten will BP ab Juli die Erdgasförderung um täglich 140 Millionen Kubikfuß steigern — gestützt durch eine Investition von rund 160 Millionen Dollar in Tiefseekonzessionen. Gleichzeitig trennte sich der Konzern von 13 Thorntons-Tankstellenshops in Ohio und Kentucky.
Die Aktie notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 34 Prozent zugelegt — ein Kursanstieg, der den strategischen Schwenk zurück zu fossilen Kerngeschäften widerspiegelt. Ob die neue Führung diesen Kurs auf der Hauptversammlung am 23. April gegen den Widerstand großer Aktionäre verteidigen kann, wird der erste echte Test für O’Neill und Howle.
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