BP Aktie: Prüfung bremst Milliarden
Das deutsche Wirtschaftsministerium prüft den Verkauf der BP-Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch Group. Der milliardenschwere Veräußerungsplan ist ein zentraler Baustein der Konzernstrategie.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche Behörde prüft Verkauf an Klesch Group
- Zentraler Baustein von BPs 20-Milliarden-Desinvestitionsplan
- Verkauf sollte Raffineriekosten deutlich senken
- Neue CEO O'Neill vor mehreren Herausforderungen
Ausgerechnet jetzt: Wenige Wochen vor dem Jahreshauptversammlung gerät BPs wichtigstes Desinvestitionsvorhaben ins Stocken. Das deutsche Wirtschaftsministerium hat eine Investitionsprüfung des geplanten Verkaufs der Gelsenkirchener Raffinerie an die Klesch Group eingeleitet — und damit einen zentralen Baustein von BPs Umbauplan in Frage gestellt.
Staatseingriff mit unklarem Ausgang
Laut einem Bericht des Spiegel vom 9. April, der sich auf vertrauliche Dokumente stützt, ist unter anderem die Staatsangehörigkeit von Klesch-Group-Eigentümer Gary Klesch ein Auslöser der Prüfung. Klesch hat seine US-Staatsbürgerschaft aufgegeben und ist britischer Staatsbürger. Weder BP noch die Klesch Group wollten sich dazu äußern. Das Ministerium verwies auf Geschäftsgeheimnisse und machte keine Angaben zum laufenden Verfahren.
Der Verkauf war ursprünglich für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant — vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Diese Bedingung bekommt nun ein anderes Gewicht.
Ein Milliarden-Deal mit strategischer Bedeutung
Die Gelsenkirchener Anlage ist keine Randposition im BP-Portfolio. Die Raffinerie verarbeitet rund 12 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, hat eine tägliche Destillationskapazität von 265.000 Barrel und verursacht laufende Betriebskosten von etwa einer Milliarde US-Dollar jährlich. Zum Deal gehören außerdem das Tanklager Bottrop, die DHC Solvent Chemie GmbH sowie Anteile an Logistik-Gemeinschaftsunternehmen. Rund 1.800 Beschäftigte sollen zum neuen Eigentümer wechseln.
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BP hat sich ein Desinvestitionsprogramm von insgesamt 20 Milliarden Dollar bis 2027 vorgenommen. Bis zum Quartalsbericht im Februar 2026 hatte der Konzern bereits mehr als 11 Milliarden Dollar angekündigt oder abgeschlossen. Der Gelsenkirchen-Verkauf sollte diesen Wert spürbar erhöhen — und gleichzeitig dazu beitragen, den Raffinerie-Cashflow-Breakeven bis 2027 um rund 3 Dollar je Barrel zu senken.
Druck von mehreren Seiten
Die regulatorische Komplikation trifft BP in einer ohnehin angespannten Phase. Die Jahreshauptversammlung ist für den 23. April 2026 in Sunbury-on-Thames angesetzt. Die Klimaschutzorganisation Follow This hat rechtliche Schritte angekündigt, nachdem BP einen Aktionärsantrag zur Klimastrategie nicht in die AGM-Tagesordnung aufgenommen hat. Der Antrag, der von 16 institutionellen Investoren unterstützt wird, forderte eine Erklärung, wie BP den Aktionärswert bei sinkender Öl- und Gasnachfrage schützen will.
Für Meg O’Neill, die ihr Amt als neue Konzernchefin am 1. April 2026 angetreten hat, verdichten sich die Herausforderungen schnell: ein ins Stocken geratener Milliarden-Deal, aktivistische Aktionäre und ein AGM, das in zehn Tagen stattfindet.
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