BP Aktie: Raffineriemargen treiben Kurs auf Jahreshoch
BP erwartet im dritten Quartal höhere Raffineriemargen und ein Plus im Produktgeschäft, zugleich belasten Sonderabschreibungen das Ergebnis.

Kurz zusammengefasst
- BP-Aktie gewinnt 3,1 Prozent
- Kurs knapp unter dem 52-Wochen-Hoch
- Raffineriemarge von 46,7 Dollar erwartet
- Abschreibungen von 3,0 bis 4,5 Milliarden Dollar erwartet
Am gestrigen Freitag kletterte die Aktie von BP um 3,1 Prozent auf einen Schlusskurs von 7,39 Euro. Das Papier profitierte dabei laut Reuters von einer breiten Rally im gesamten Öl- und Gassektor. Auslöser der Kursgewinne über die gesamte Branche hinweg waren steigende Notierungen für Rohöl der Sorte Brent, die im Zuge wachsender Sorgen vor Versorgungsengpässen im Nahen Osten spürbar anzogen.
Mit dem jüngsten Kursanstieg schloss der britische Energiekonzern nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 7,42 Euro, das am selben Tag im Handelsverlauf markiert worden war. Die geopolitischen Spannungen rücken traditionelle Förderer und deren Marktstellung erneut in den Fokus der Anleger, nachdem Rohstoffwerte über längere Phasen unter schwankenden Konjunkturaussichten gelitten hatten.
Rückenwind aus dem Raffineriegeschäft
Zusätzliche fundamentale Unterstützung erhielt der Konzern durch seine Zwischenangaben zum dritten Quartal. Das Unternehmen stellte darin eine Indikatormarge im Raffineriebereich von 46,7 $ je Barrel in Aussicht, nachdem dieser Richtwert ein Jahr zuvor noch bei 15,8 $ gelegen hatte. Für das Produktsegment rechnet das Management im Quartalsvergleich mit einem Ergebnisplus von 1,9 Milliarden bis 2,1 Milliarden $.
Zugleich zeichnet sich im Gasmarketing sowie im Handelsgeschäft eine deutliche Belebung gegenüber dem zweiten Quartal ab. Allerdings wird das Gesamtergebnis durch voraussichtliche Nachsteuer-Abschreibungen zwischen 3,0 Milliarden und 4,5 Milliarden $ gedämpft, die vor allem in den Geschäftsbereichen für den Konzernumbau anfallen.
Strategische Reserve und Förderziele
Auf der operativen Seite sicherte sich das Unternehmen unterdessen kurzfristigen Handlungsspielraum in Nordamerika. Am 10. Oktober genehmigte das US-Energieministerium der Tochtergesellschaft BP America einen Tausch von bis zu zwei Millionen Barrel Rohöl aus der strategischen Erdölreserve.
Mit dieser Maßnahme sollen witterungsbedingte Förderausfälle im Golf von Mexiko nach Hurrikanen überbrückt werden. Die Vereinbarung sieht vor, dass BP die geliehene Rohölmenge im Jahr 2027 zuzüglich einer vertraglich festgelegten Prämie an die staatliche Reserve zurückführt.
Parallel dazu steuert der Gesamtkonzern im Fördergeschäft auf stabile Volumina zu. Für die Upstream-Produktion peilt das Management im dritten Quartal eine Spanne von 2,19 Millionen bis 2,24 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag an.
Quartalszahlen stehen bevor
Die Nettoverschuldung soll sich nach Unternehmensangaben voraussichtlich auf 13,5 Milliarden bis 14,5 Milliarden $ belaufen. Wie sich das Zusammenspiel aus soliden Margen, Sonderabschreibungen und geopolitischem Marktumfeld im Detail auf das Nettoergebnis auswirkt, zeigt sich in Kürze: Die Veröffentlichung der vollständigen Finanzergebnisse für das dritte Quartal hat BP für den 30. Oktober 2026 angekündigt.
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