BP: Nettoverschuldung steigt auf $25–27 Milliarden
BP profitiert von hohen Öl- und Gaspreisen, kämpft aber mit steigender Nettoverschuldung. Analysten bewerten die Aktie unterschiedlich.

Kurz zusammengefasst
- Außergewöhnliches Öl-Handelsergebnis
- Nettoverschuldung steigt auf bis zu 27 Mrd. Dollar
- Verkauf von Castrol-Anteil geplant
- Analysten uneins über Aktienbewertung
BP veröffentlicht heute seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 — und die eigene Guidance lässt wenig Raum für Überraschungen. Das Unternehmen selbst spricht von einem „außergewöhnlichen“ Öl-Handelsergebnis. Die Kehrseite: Die Nettoverschuldung ist deutlich gestiegen.
Rohstoffpreise treiben das Ergebnis
Brent-Rohöl kostete im ersten Quartal im Schnitt 81,13 Dollar je Barrel — ein deutlicher Sprung gegenüber 63,73 Dollar im Vorquartal. Der US-Gasindex Henry Hub kletterte auf 5,05 Dollar je mmBtu, nach 3,55 Dollar zuvor.
Diese Preisbewegungen schlagen sich direkt in BPs Ergebniserwartungen nieder. Laut eigener Guidance profitiert das operative Ergebnis allein durch den Ölpreiseffekt um 340 Millionen Dollar. Der Gaspreisanstieg trägt weitere 40 Millionen Dollar bei. Hinzu kommt ein positiver Raffinerie-Margeneffekt von 550 Millionen Dollar.
Das Segment „Customers and Products“ soll im Bereich Produkte einen Beitrag von 100 bis 200 Millionen Dollar liefern — gestützt durch bessere Raffineriemargen und weniger Wartungsstillstände.
Schuldenanstieg trübt das Bild
Das hohe Preisniveau hat einen Haken. Die Nettoverschuldung dürfte zum Quartalsende zwischen 25 und 27 Milliarden Dollar liegen — verglichen mit 22,2 Milliarden Dollar Ende 2025. Der Haupttreiber ist ein Anstieg des Working Capital um 4 bis 7 Milliarden Dollar, direkt verursacht durch das gestiegene Preisniveau.
Das widerspricht dem mittelfristigen Ziel. BP will die Nettoverschuldung bis Ende 2027 auf 14 bis 18 Milliarden Dollar senken. Rund 11 Milliarden Dollar aus dem 20-Milliarden-Devestitionsprogramm gelten bereits als abgeschlossen oder angekündigt.
Teil dieses Programms ist der Verkauf einer 65-prozentigen Beteiligung an Castrol an Stonepeak — zu einem Unternehmenswert von 10,1 Milliarden Dollar. Alle Erlöse fließen in den Schuldenabbau.
Gelsenkirchen und die Analystenmeinungen
Ab den heutigen Ergebnissen klassifiziert BP die Gelsenkirchen-Raffinerie bilanziell als „zur Veräußerung gehalten“. Abschreibungen und Investitionsausgaben für das Werk entfallen damit. Der Abschluss der Transaktion ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant — vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Das Analystenbild ist gespalten. Goldman Sachs hält an einer Kaufempfehlung fest. Bank of America Securities bleibt bei „Sell“ — mit Verweis auf strategische Unsicherheit und eine aus ihrer Sicht unattraktive Bewertung. Aus 26 Brokerhäusern ergibt sich im Schnitt ein „Outperform“-Rating.
Die Aktie notiert rund vier Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,88 Euro und hat seit Jahresbeginn knapp 30 Prozent zugelegt. Der RSI von 83 signalisiert eine technisch überkaufte Lage — das könnte die Reaktion auf die heutigen Zahlen dämpfen, selbst wenn das Ergebnis die Erwartungen trifft.
BP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BP-Analyse vom 28. April liefert die Antwort:
Die neusten BP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...