Bristol-Myers Squibb Aktie: Pumitamig überzeugt in Madrid
Die Phase-2-Studie zeigt Tumoransprechen und Krankheitskontrolle, doch kurze Nachbeobachtung und fehlende Vergleichsgruppe begrenzen die Einordnung.

Kurz zusammengefasst
- Bestätigtes Ansprechen bei 36,7 Prozent
- Krankheitskontrolle bei 90 Prozent
- Sieben Phase-3-Studien sind angelaufen
- BMS und BioNTech beraten über nächste Schritte
Bristol-Myers Squibb und BioNTech haben auf dem ESMO-Kongress in Madrid erste Phase-2-Daten zu Pumitamig in der Zweitlinie des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen ein Ansprechen bei Patienten, für die Docetaxel seit Jahren die Standardtherapie ist. Für BMS ist das ein weiterer Baustein in einem Programm, das im Konzern zunehmend Gewicht bekommt.
Ansprechrate von 36,7 Prozent
In der Studie ROSETTA Lung-107 erhielten Patienten mit metastasiertem Tumor, deren Erkrankung nach Immuntherapie plus Chemotherapie fortgeschritten war, Pumitamig zusammen mit Docetaxel. Bei 30 auswertbaren Patienten lag die bestätigte Ansprechrate bei 36,7 Prozent, die Krankheitskontrollrate bei 90 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben der 50 behandelten Patienten betrug 6,9 Monate.
Die Einordnung liefert der Vergleich: Unter Docetaxel allein liegt das mediane progressionsfreie Überleben historisch bei rund 3,6 bis 3,9 Monaten. Das Ansprechen zeigte sich unabhängig vom PD-L1-Status. Bei Plattenepithelkarzinomen war es mit 57,1 Prozent deutlich höher als bei nicht-squamösen Tumoren mit 30,4 Prozent.
Ein Vorbehalt gehört dazu. Die Nachbeobachtung war mit gut zwölf Wochen kurz, die Studie läuft einarmig und ohne Vergleichsgruppe. Der Wert für das progressionsfreie Überleben hat zudem ein weites Konfidenzintervall, dessen obere Grenze nicht erreicht wurde.
Sicherheitsprofil unauffällig
Bei der Verträglichkeit meldeten die Unternehmen keine neuen Signale. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten bei 52 Prozent der Patienten auf, schwere Fälle der Grade 3 oder höher bei 18 Prozent. Vier Patienten brachen die Behandlung ab. Es gab weder behandlungsbedingte Todesfälle noch dosislimitierende Toxizitäten. Blutungen, ein bei VEGF-Hemmern beobachtetes Risiko, blieben auf leichte bis mäßige Grade beschränkt.
Breites Phase-3-Programm
Pumitamig ist ein bispezifischer Antikörper, der PD-L1 und VEGF-A zugleich blockiert. Nach Unternehmensangaben ist es der dritte globale Phase-2-Datensatz im Lungenkrebs. Sieben Phase-3-Studien laufen bereits, darunter in Lunge, Brust, Darm und Magen. Mehr als 4.000 Patienten wurden bislang behandelt.
An der Börse blieb die Aktie zuletzt unter Druck. Zum US-Handelsschluss am Freitag verlor sie 2,41 Prozent auf 61,48 Dollar. Nachbörslich gab es ein leichtes Plus. Die Reaktion auf die Madrider Daten zeigt sich erst im Handel ab Montag.
BMS-Entwicklungschef Cristian Massacesi kündigte an, gemeinsam mit BioNTech nun den weiteren Weg für Pumitamig in der Zweitlinie zu definieren. Konkrete Termine für eine Phase-3-Entscheidung nannten die Partner nicht.
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