British American Tobacco: 65 Millionen Dollar in CBD-Aktien gewandelt
British American Tobacco stockt CBD-Beteiligung an Charlotte's Web auf. Der Aktienkurs reagiert dennoch negativ, während der Konzern den Fokus auf rauchfreie Produkte verstärkt.

Kurz zusammengefasst
- Wandelanleihe in Aktien getauscht
- Zusätzliche Aktien über Privatplatzierung
- Kurs gibt trotz strategischer Nachricht nach
- Rauchfreie Produkte als Wachstumsmotor
British American Tobacco setzt ein weiteres Signal im milliardenschweren Umstieg auf rauchfreie Produkte. Die Tabaktochter BT DE Investments hat ihre CBD-Wette auf Charlotte’s Web nicht nur besiegelt, sondern aufgestockt. Am Aktienmarkt kam das kaum an.
Umwandlung mit Signalwirkung
Die Transaktion hat zwei Teile. Charlotte’s Web teilte mit, die BAT-Tochter habe eine ausstehende Wandelanleihe über 75,3 Millionen kanadische Dollar – umgerechnet rund 55 Millionen US-Dollar – plus aufgelaufene Zinsen in Aktien getauscht. Insgesamt wandelte BAT so 89,6 Millionen kanadische Dollar (65 Millionen US-Dollar) in Stammaktien um – zu 0,94 kanadischen Cent pro Papier.
Parallel dazu zeichnete die BAT-Tochter 14,7 Millionen weitere Aktien über eine Privatplatzierung zum gleichen Preis. Bruttoerlös: 10 Millionen US-Dollar. Das Geld soll in ein geplantes Medicare-Pilotprogramm und andere medizinische Initiativen fließen.
Für BAT ist nicht die Summe entscheidend. Sondern die Richtung. Der Konzern baut seine Position in einem regulierten CBD- und Wellness-Markt aus – während die gesamte Tabakbranche nach Wachstum jenseits von Zigaretten, Vapes und Nikotinbeuteln sucht.
Kurs gibt nach – trotz klarer Botschaft
An der Londoner Börse notierte BAT am 29. Mai bei umgerechnet rund 52,78 Euro, ein Minus von 2,15 Prozent. Die Kursdaten zeigen eine auffällige Diskrepanz: Auf Jahressicht steht ein Plus von über 33 Prozent, doch die unmittelbare Reaktion auf die CBD-Nachricht blieb negativ. Offenbar überlagerten andere Faktoren den strategischen Schritt.
Der RSI liegt bei 98,3 – der Aktie droht kurzfristig eine technische Überhitzung. Mit 31,5 Prozent annualisierter Volatilität bleibt das Papier zudem schwankungsanfällig.
Rauchfrei als Nordstern
Der CBD-Deal fügt sich in BATs breitere Neuausrichtung ein. In den vorläufigen Zahlen für 2025 meldete der Konzern 3,62 Milliarden Pfund Umsatz aus New Categories (plus 7 Prozent auf Basis konstanter Währung). Rauchfreie Produkte machten 18,2 Prozent des Konzernumsatzes aus. Die Zahl der Verbraucher rauchfreier Marken stieg um 4,7 Millionen auf 34,1 Millionen.
Der Ausblick für 2026 liefert den Bewertungsrahmen: 3 bis 5 Prozent Umsatzwachstum, 4 bis 6 Prozent operatives Gewinnwachstum, 5 bis 8 Prozent Gewinnwachstum je Aktie – jeweils auf bereinigter Basis. Dazu ein Aktienrückkauf von 1,3 Milliarden Pfund und Dividendenwachstum in Pfund.
Ob die Charlotte’s Web-Beteiligung ein sichtbarer Beitrag zum Nichtverbrenner-Portfolio wird oder eine kleine strategische Option bleibt, ist noch offen. Die CBD-Zugänge über medizinische Programme sind an regulatorische Hürden geknüpft. Die wichtigsten Kurstreiber bleiben ohnehin: Guidance-Erfüllung, New-Categories-Dynamik, Cashflow und Schuldenabbau. Am 29. Mai zeigte der Kurs, dass die Anleger den CBD-Schritt noch innerhalb des großen Tabak- und Nikotin-Investmentcases bewerten – und nicht als eigenständigen Impuls.
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