British American Tobacco Aktie: Werk Heidelberg soll schließen
BAT will künftig Zigaretten nach Südafrika importieren und fordert einen Mindestpreis sowie niedrigere Verbrauchsteuern.
Kurz zusammengefasst
- Heidelberger Werk läuft mit 35 Prozent
- Produktion soll zum Jahresende enden
- Importversorgung für Südafrika ist geplant
- BAT fordert Mindestpreis und Steuersenkung
British American Tobacco warnt heute, Südafrika verliere den Kampf gegen den illegalen Handel. Für den Konzern hat das konkrete Folgen: Die Produktion im Werk Heidelberg soll zum Jahresende eingestellt werden. Anschließend will BAT auf Importe umstellen. Zugleich fordert das Unternehmen schärfere Regeln gegen Billigzigaretten und Änderungen bei der Besteuerung.
Heidelberg produziert weit unter Kapazität
Wie Business Day berichtet, läuft das Werk in Gauteng lediglich mit 35% seiner Kapazität. Bereits im Februar verbuchte BAT für Heidelberg eine Belastung von 14 Mio. £. Die geplante Produktionseinstellung macht deutlich, wie stark der Konzern sein Geschäft vor Ort anpassen muss.
Für Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen Produktion und Vertrieb wichtig. BAT plant den Wechsel zur Importversorgung und keinen vollständigen Rückzug aus dem südafrikanischen Markt. Die Standortentscheidung löst allerdings nicht das Problem der Konkurrenz durch illegale Produkte.
BAT beziffert deren Anteil am heimischen Zigarettenmarkt auf 75%. Die jährlich entgangenen Verbrauchsteuern schätzt das Unternehmen auf rund R30 Mrd. Beide Angaben sind Einschätzungen des Konzerns.
Ipsos-Erhebung zeigt massiven Preisdruck
Eine von BAT beauftragte Ipsos-Untersuchung unterstreicht den Druck auf den legalen Markt. In rund drei Vierteln der untersuchten Verkaufsstellen waren Zigaretten unter der Steuerbelastung von R27,12 je Packung erhältlich. Die Untersuchung erfasste 4.704 Käufe.
Der Preisbefund ist dabei nicht mit einem Einzelnachweis für Steuerhinterziehung gleichzusetzen. Ein niedriger Verkaufspreis allein beweist nicht, dass ein Anbieter Steuern hinterzogen hat. Diese Einschränkung ist für die Bewertung der Untersuchung wesentlich.
Nach der heute veröffentlichten Berichterstattung kostete die billigste gekaufte Packung R7. Fast zwei Drittel der untersuchten Verkaufsstellen boten Packungen unter R20 an. Damit dokumentiert die Erhebung eine breite Verfügbarkeit besonders günstiger Zigaretten.
BAT setzt auf Mindestpreis und Steuerentlastung
Als Gegenmaßnahmen fordert BAT einen verpflichtenden Mindestverkaufspreis von R38 je Packung. Außerdem verlangt das Unternehmen eine Halbierung der Verbrauchsteuer von R23,58 je Packung. Bei wiederholter Unterdeklaration oder Steuerhinterziehung sollen Anbieter ihre Lizenzen verlieren.
Die südafrikanische Steuerbehörde SARS bezeichnete einen Mindestpreis im Oktober 2025 als mögliche Maßnahme gegen den illegalen Markt. Sie betonte zugleich, dass ein solcher Preis die tatsächliche Steuerzahlung nicht beweise.
Damit stehen zwei unterschiedliche Hebel im Mittelpunkt: BAT will die eigene Versorgung umstellen und verlangt zugleich veränderte Marktregeln. Für Anleger ist die angekündigte Aufgabe der lokalen Produktion die unmittelbar greifbare Konsequenz. Die Forderungen nach Mindestpreisen und Steuerentlastungen sind dagegen noch keine beschlossenen Maßnahmen.
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