Broadcom Aktie: 10 Millionen Dollar Insider-Verkäufe
Broadcom-Manager verkaufen Millionenanteile, während Zweifel an der Google-Partnerschaft den Kurs drücken. Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Manager stoßen Aktien im Wert von 10 Mio. Dollar ab
- Spekulationen um Verzögerungen bei Google-Chip-Projekten
- Umsatzprognose für drittes Quartal enttäuscht Erwartungen
- Mehrheit der Analysten rät weiterhin zum Kauf
Broadcom-Aktien geraten unter Druck. Eine breite Rotation weg von hochbewerteten KI-Werten trifft auf neue Insider-Verkäufe und Zweifel an der Wachstumsstory der Custom-Chips. Am Montag schloss die Aktie bei 337,20 Euro — deutlich entfernt vom Juni-Hoch.
Insider verkaufen Millionen an Aktien
SEC-Unterlagen aus der vergangenen Woche zeigen: Die Broadcom-Manager Mark David Brazeal und Gayla Delly verkauften am 8. Juli Aktien im Wert von zusammen 10 Millionen Dollar. Brazeal reduzierte seine Position dabei um rund 10,2 Prozent, Delly um 5,69 Prozent. Beide halten weiterhin Aktienpakete im zweistelligen Millionenbereich.
Damit reiht sich der Verkauf in eine größere Bewegung ein. Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzender Henry Samueli hatte bereits im Juni Aktien im Wert von etwa 250 Millionen Dollar abgestoßen. Die Transaktionen vom 24. Juni liefen über einen Rule-10b5-1-Handelsplan, der bereits im Dezember 2025 aufgesetzt wurde, zu Kursen zwischen 377,10 und 388,50 Dollar. Insider-Verkäufe nach einer starken Rally ziehen erfahrungsgemäß besondere Aufmerksamkeit auf sich.
Zweifel an der Google-Partnerschaft
Spekulationen um die Chip-Partnerschaft mit Google belasten die Stimmung zusätzlich. Berichte über Verzögerungen oder Absagen bei den gemeinsamen TPU-Projekten der nächsten Generation kursierten in den vergangenen Wochen. JPMorgan widersprach dem allerdings und bekräftigte seine positive Einschätzung zu Broadcom trotz der Kursschwäche.
Die Sorgen speisen sich auch aus den jüngsten Quartalszahlen. CEO Hock Tan hatte angedeutet, dass Custom-Chip-Kunde Google seine Lieferkette künftig diversifizieren könnte. Das nährte Zweifel an Broadcoms künftigem Marktanteil. Zur gleichen Zeit enttäuschte der Ausblick: Für das dritte Fiskalquartal rechnet Broadcom mit rund 29,4 Milliarden Dollar Umsatz. Die KI-Chip-Erlöse sollen bei 16 Milliarden Dollar liegen — Analysten hatten eher 17,2 Milliarden Dollar erwartet.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
Trotz des Rücksetzers hält die Wall Street größtenteils an ihrer positiven Einschätzung fest. 48 von S&P Global befragte Analysten vergeben im Konsens ein „Strong Buy“-Rating mit einem durchschnittlichen Kursziel von 523,73 Dollar — rund 35 Prozent über dem aktuellen Niveau. Eine andere Erhebung kommt auf 23 Kauf- und 3 Halte-Empfehlungen, keine einzige Verkaufsempfehlung.
Nicht jeder folgt dieser Linie. Die Erste Group stufte Broadcom kürzlich von „Buy“ auf „Hold“ zurück — eine seltene abweichende Stimme in einem sonst klar bullischen Analystenfeld.
Der Sektor wackelt insgesamt
Die Schwäche bei Broadcom fällt mit Turbulenzen im gesamten Chip-Sektor zusammen. Der koreanische KOSPI-Index brach zeitweise um 8 Prozent ein und löste Handelsunterbrechungen aus. SK Hynix verlor 13 Prozent. Das zeigt, wie empfindlich KI-nahe Aktien derzeit auf jede Verschiebung in der Wahrnehmung des KI-Ausbaus reagieren. Zusätzlich blicken Investoren auf neue US-Inflationsdaten, die Hinweise zum weiteren Kurs der Federal Reserve liefern könnten.
Auf Jahressicht steht die Aktie noch immer mit knapp 43 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn sind es rund 13,7 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 429,60 Euro aus dem Juni trennen Broadcom aktuell aber gut 21 Prozent. Der Kurs notiert knapp 4 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, liegt aber noch fast 8 Prozent über der 200-Tage-Linie — ein technisches Bild zwischen kurzfristiger Schwäche und langfristig intaktem Aufwärtstrend.
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