Broadcom Aktie: 11 Prozent Wochenverlust auf 321 Euro
Broadcoms Aktie fällt trotz Rekordumsätzen, da Analysten sinkende KI-Chip-Prognosen und Google-Sorgen beobachten.

Kurz zusammengefasst
- Wöchentlicher Kursrückgang von elf Prozent
- Ausbleibende Prognoseanhebung für KI-Chips
- Risiken durch Google als Großkunden
- Neue KI-Chip-Kooperation mit OpenAI
Rekordumsätze auf der einen Seite, wachsende Skepsis auf der anderen. Bei Broadcom klaffen operative Stärke und Markterwartungen derzeit spürbar auseinander. Der Grund dafür liegt tief in den Details des KI-Geschäfts.
Am Freitag schloss die Aktie bei 321,05 Euro. Das entspricht einem Wochenverlust von rund elf Prozent. Seit Jahresbeginn verteidigt der Chip-Entwickler dennoch ein Plus von gut acht Prozent.
Sorgen um Google und Margen
Auslöser für die jüngste Schwäche war der letzte Quartalsbericht. Das Management verzichtete darauf, die Umsatzprognose für KI-Chips für 2027 anzuheben. Marktbeobachter werten dies in einem hitzigen Marktumfeld als Warnsignal. Hinzu kommen Spekulationen über den Großkunden Google. Der Tech-Konzern will seine Lieferketten offenbar breiter aufstellen.
Analysten erwarten einen sinkenden Anteil an Googles TPU-Chips. Bis 2028 könnte ein anderer Anbieter Teile des Designs übernehmen. Parallel dazu verschiebt sich der Produktmix. Das Unternehmen verkauft mehr maßgeschneiderte KI-Beschleuniger. Diese werfen jedoch geringere Gewinnmargen ab als das schwächelnde Softwaregeschäft.
Schuldenlast und OpenAI-Fantasie
Ein weiteres Risiko schlummert in der Bilanz. Broadcom bürgt für Zinsverpflichtungen des KI-Start-ups Anthropic. Diese stammen aus einer neuen Hardware-Leasing-Plattform. Genau in dieser Phase übernimmt Amie Thuener den Posten der Finanzchefin. Ihre Vorgängerin verabschiedete sich im Juni in den Ruhestand. Thuener muss nun einen massiven Schuldenberg managen.
Trotz dieser Baustellen wächst das Kerngeschäft rasant. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz auf rund 22 Milliarden US-Dollar. Die KI-Sparte verzeichnete dabei ein dreistelliges prozentuales Wachstum. Ein Lichtblick: Gemeinsam mit OpenAI entwickelt Broadcom den neuen KI-Chip Jalapeño.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Gewinnbeteiligung. Ende Juni zahlt Broadcom eine Quartalsdividende von 0,65 US-Dollar je Aktie. Charttechnisch nähert sich der Kurs derweil der 200-Tage-Linie bei 310,50 Euro. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein weiterer Abverkauf.
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