Broadcom Aktie: 12,2-Milliarden-Warrant mit Google an Marvell

Marvell sichert sich erweiterten Google-Auftrag für KI-Chips, was Broadcoms Marktposition schwächt und die Aktie um 5,1 Prozent fallen lässt.

Andreas Sommer ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Marvell gewinnt Google-Deal
  • Broadcom-Aktie verliert deutlich
  • Wochenverlust erreicht 14 Prozent
  • Quartalszahlen am 2. September

Broadcom verliert am heutigen Mittwoch 5,1 Prozent, nachdem Konkurrent Marvell Technology eine erweiterte Vereinbarung über kundenspezifische KI-Chips mit Google verkündet hat. Teil der Abmachung ist ein Warrant-Deal über 12,2 Milliarden Dollar. Investoren werten dies als direkten Angriff auf Broadcoms bislang führende Position als wichtigster Partner Googles für maßgeschneiderte Halbleiter.

Der Kursrutsch reiht sich in eine ohnehin schwierige Woche ein. Bereits am Dienstag hatte die Aktie deutlich nachgegeben, sodass sich der Wochenverlust inzwischen auf 14 Prozent summiert. Damit hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von Anfang Juni auf 28 Prozent ausgeweitet – ein Hinweis darauf, wie stark die Konkurrenz um Googles Custom-Silicon-Aufträge inzwischen die Bewertung belastet.

Bonitätssorgen kommen hinzu

Zur Marvell-Nachricht gesellt sich eine bereits bestehende Belastung: Bank of America hatte am 14. August die Emittenten- und Anleihebewertung von Broadcom von Overweight auf Marketweight gesenkt.

Analyst Tom Curcuruto begründete den Schritt mit der Sorge, dass das KI-Chip-Finanzierungsvehikel des Unternehmens bis Mitte 2029 auf bis zu 370 Milliarden Dollar an vorrangigen Schulden anwachsen könnte. Diese Einschätzung datiert bereits mehr als vier Wochen zurück und spiegelt keine aktuelle Neubewertung wider, bleibt aber als Hintergrundfaktor für die derzeitige Nervosität relevant.

Nicht alle Stimmen sind pessimistisch. TD Cowen bekräftigte am heutigen Mittwoch ein Kursziel von 500 Dollar bei unveränderter Kaufempfehlung. Zusätzlich wurde Broadcom kürzlich von einem automatisierten Analysemodell auf eine bessere Einstufung angehoben, was angesichts steigender Gewinnschätzungen für das bis Oktober laufende Geschäftsjahr als technisches Signal gewertet werden kann – mehr aber auch nicht.

Institutionelle Anleger uneinheitlich positioniert

Die Investorenbasis zeigt ein gemischtes Bild. ABN Amro Investment Solutions stockte seine Position im zweiten Quartal um fast 48 Prozent auf, während Securian Asset Management seinen Bestand leicht reduzierte.

Auf der Insiderseite verkauften mehrere Führungskräfte und Direktoren in den vergangenen Wochen Aktienpakete zu Kursen zwischen rund 374 und 401 Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau, was die Verkäufe eher als planmäßige Portfoliobereinigung denn als Alarmsignal erscheinen lässt.

Operativ bleibt der Kalender gefüllt: Für den 2. September hat Broadcom die Vorlage der Quartalszahlen für das dritte Fiskalquartal 2026 angesetzt. Ende August folgt zudem die VMware-Explore-Konferenz in Las Vegas, bei der das Unternehmen Neuerungen rund um Cybersicherheit und KI-gestützte Automatisierung im Softwaregeschäft präsentieren will.

Parallel sorgte eine kritische Sicherheitslücke in VMware vCenter für Schlagzeilen, die Angreifer bereits Anfang August aktiv ausnutzten – ein zusätzlicher Belastungsfaktor für das Vertrauen in die Softwaresparte.

Für Anleger verdichtet sich die Lage zu einer zentralen Frage: Kann Broadcom seine Google-Beziehung gegen den aggressiven Vorstoß von Marvell verteidigen? Die Antwort dürfte spätestens mit den Zahlen am 2. September klarer werden, wenn das Unternehmen konkrete Auftragslage und Ausblick offenlegt.

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Broadcom Aktie

310,80 EUR

– 17,55 EUR -5,34 %
KGV 63,33
KUV 24,78
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,65 %
Marktkapitalisierung 1,81 Bio. EUR
Ø Kursziel 527,88 USD
ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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