Broadcom Aktie: 15-Prozent-Absturz trotz 143-Prozent-KI-Wachstum
Broadcom übertrifft Erwartungen mit Rekordumsatz, doch die Aktie fällt um 15 Prozent. Anleger reagieren enttäuscht auf die Prognose.

Kurz zusammengefasst
- KI-Umsatz steigt um 143 Prozent
- Aktie bricht um fast 15 Prozent ein
- Umsatzprognose für Q3 übertrifft Schätzungen
- Strategiewechsel bei Chip-Verkäufen
Starke Zahlen, schwache Reaktion. Broadcom lieferte für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 beeindruckende Ergebnisse — und die Aktie stürzte trotzdem um fast 15 Prozent ab.
KI-Umsatz mehr als verdoppelt
Broadcom erzielte im zweiten Quartal einen Gesamtumsatz von 22,19 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,44 Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von rund 2,40 Dollar.
Das eigentliche Schwergewicht war das KI-Halbleitergeschäft. Der Umsatz dort kletterte auf 10,8 Milliarden Dollar — ein Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Broadcom beliefert mit seinen KI-spezifischen Chips unter anderem Google, Meta, Anthropic und OpenAI. CEO Hock Tan verwies auf die steigende Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Beschleunigern und KI-Netzwerklösungen.
Erwartungen zu hoch gesteckt
Kein Wunder, dass die Reaktion trotzdem enttäuschte. Der Markt hatte offenbar mehr erwartet.
Für das dritte Quartal stellte Broadcom einen Umsatz von rund 29,4 Milliarden Dollar in Aussicht — deutlich über dem Analystenkonsens von etwa 28,3 Milliarden Dollar. Allerdings blieb die Prognose für den KI-Jahresumsatz bei dem bereits bekannten Ziel von über 100 Milliarden Dollar bis zum Geschäftsjahr 2027. Manche Investoren hatten auf eine aggressivere Anhebung gesetzt.
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Hinzu kommt ein strategischer Schwenk: Broadcom verkauft in einigen Deals künftig nur noch einzelne Chips statt kompletter integrierter KI-Systeme. Das könnte den Umsatz pro Transaktion drücken — und hat Fragen über das künftige Erlöspotenzial aufgeworfen.
Kurs bricht ein, langfristiger Trend intakt
Die Aktie schloss am Mittwoch noch bei 414,00 Euro. Am Donnerstag brach sie auf 353,10 Euro ein. Das 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro, erst einen Tag zuvor markiert, liegt nun knapp 18 Prozent entfernt.
Auf Jahressicht bleibt das Bild dennoch positiv: Über zwölf Monate hat die Aktie rund 54 Prozent zugelegt. Der aktuelle Kursrückgang ist damit vor allem ein Zeichen überzogener Erwartungen — weniger ein Urteil über das operative Geschäft. Die nächste Bewährungsprobe kommt mit den Zahlen zum dritten Quartal, an denen sich zeigen wird, ob Broadcom die eigene Prognose von 29,4 Milliarden Dollar tatsächlich erreicht.
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