Broadcom Aktie: 29,4 Milliarden Dollar Ausblick

Broadcom überzeugt mit Rekord-Cashflow und Gewinnsprung, doch der Ausblick bleibt hinter den hohen Analystenerwartungen zurück.

Dieter Jaworski ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Operativer Cashflow erreicht 10,5 Milliarden Dollar
  • Umsatzwachstum von 48 Prozent im Quartal
  • KI-Chip-Prognose verfehlt Analystenschätzungen leicht
  • Aktie fällt trotz Rekordzahlen um fünf Prozent

Rekordfreier Cashflow, steigende Gewinne, bestätigte Dividende — und trotzdem fällt die Aktie. Broadcom lieferte am 3. Juni 2026 starke Zahlen für das zweite Fiskalquartal, doch der Kurs gibt seither deutlich nach. Was auf den ersten Blick paradox wirkt, erklärt sich mit einem Wort: Erwartungen.

Cashflow-Rekord trifft auf enttäuschende Guidance

Die Zahlen für das Quartal bis zum 3. Mai 2026 sind beeindruckend. Der operative Cashflow erreichte 10,5 Milliarden Dollar, nach Investitionsausgaben von 231 Millionen Dollar blieben 10,26 Milliarden Dollar freier Cashflow — das entspricht 46 Prozent des Umsatzes und einem Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Liquiditätsreserven kletterten auf 19,6 Milliarden Dollar.

Der Gesamtumsatz stieg um 48 Prozent auf 22,19 Milliarden Dollar. Das GAAP-Nettoergebnis lag bei 9,31 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA bei 15,24 Milliarden Dollar — entsprechend 69 Prozent des Umsatzes.

Das Problem liegt im Ausblick. Für das dritte Fiskalquartal erwartet Broadcom einen Umsatz von rund 29,4 Milliarden Dollar. Klingt nach einem weiteren Sprung — doch Reuters berichtete, dass sowohl der Quartalsumsatz als auch die KI-Chip-Prognose leicht unter den Schätzungen der Analysten lagen. In einem Markt, der bei KI-Infrastrukturwerten jede Verfehlung bestraft, reicht „gut“ nicht mehr aus.

Halbleiter treiben, Software stabilisiert

Das Segmentbild zeigt, wo Broadcom steht. Das Halbleitergeschäft erzielte 15,01 Milliarden Dollar Umsatz — 68 Prozent des Gesamtumsatzes, mit einem Wachstum von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Infrastruktursoftware steuerte 7,18 Milliarden Dollar bei, wuchs aber nur um 9 Prozent.

Das Unternehmen ist damit stark vom KI-Halbleiterboom abhängig. Software liefert Stabilität, aber keine Wachstumsfantasie. Genau das macht die Aktie anfällig für Stimmungsschwankungen rund um KI-Ausgaben.

Das Board bestätigte eine Quartalsdividende von 0,65 Dollar je Aktie, zahlbar am 30. Juni 2026 an Aktionäre, die am 22. Juni im Register stehen. Ein solides Signal — das den Kursdruck am Tag nach den Zahlen dennoch nicht abfedern konnte.

Technisches Bild nach dem Rücksetzer

Der Kurs liegt aktuell bei 344,00 Euro, ein Minus von knapp 5 Prozent auf Tagesbasis und rund 10 Prozent in der Wochenbilanz. Das 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro wurde ausgerechnet am Tag der Zahlenveröffentlichung markiert — seither ist die Aktie fast 20 Prozent davon entfernt.

Immerhin: Der 200-Tage-Durchschnitt bei 306,31 Euro liegt noch gut 12 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Die längerfristige Aufwärtstrendstruktur ist intakt. Auf Zwölfmonatssicht steht noch ein Plus von 51 Prozent zu Buche.

Das dritte Fiskalquartal wird zeigen, ob Broadcom die Erwartungslatte von 29,4 Milliarden Dollar Umsatz nicht nur erreicht, sondern übererfüllt — nur das dürfte die Stimmung nachhaltig drehen.

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Broadcom Aktie

330,90 EUR

+ 5,70 EUR +1,75 %
KGV 65,40
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,64 %
Marktkapitalisierung 1,79 Bio. EUR
ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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