Broadcom Aktie: Amie Thuener neue CFO ab 12. Juni
Broadcom ernennt Amie Thuener zur neuen Finanzchefin. Die Aktie erholt sich leicht, nachdem ein Kurssturz auf eine verhaltene KI-Prognose folgte.

Kurz zusammengefasst
- Amie Thuener wird neue CFO
- Aktie erholt sich um 1,2 Prozent
- KI-Prognose enttäuscht Anleger
- Analysten sehen Überreaktion
Nach einem der heftigsten Post-Earnings-Einbrüche der jüngeren Unternehmensgeschichte erholt sich die Broadcom-Aktie am Montag leicht. Der Kurs steigt um rund 1,2 Prozent auf 340,80 Euro. Vier Tage vor einem Führungswechsel an der Spitze der Finanzabteilung.
Spears geht, Thuener kommt
CFO Kirsten Spears tritt am 12. Juni zurück. Sie verlässt das Unternehmen nach ihrer Zeit als Chief Financial Officer und Chief Accounting Officer. Ihr Nachfolge tritt Amie Thuener an — ebenfalls zum 12. Juni.
Thuener kommt von Alphabet. Dort war sie seit 2018 als Vice President, Corporate Controller und Chief Accounting Officer tätig. Spears bleibt Broadcom neun Monate als Beraterin erhalten, um den Übergang zu begleiten.
Das Vergütungspaket für Thuener ist üppig: 700.000 Dollar Jahresgehalt, eine Million Dollar Einmalprämie sowie je 50.000 RSUs und PSUs. Die Auszahlung der PSUs hängt davon ab, wie sich Broadcom gegenüber dem S&P 500 entwickelt.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Thuener übernimmt vier Wochen vor dem nächsten Quartalsbericht — und unmittelbar nach einer Woche, die Investoren noch lange beschäftigen dürfte.
Rekordquartal, trotzdem Kurseinbruch
Broadcom meldete Rekorderlöse im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026. CEO Hock Tan bezeichnete die Nachfrage nach KI-Chips als „schlicht unersättlich“. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,44 Dollar über der Schätzung von 2,40 Dollar. Der Umsatz von 22,19 Milliarden Dollar verfehlte den Konsens von 22,27 Milliarden Dollar knapp.
Die Marktreaktion war trotzdem brutal. Am 4. Juni brach die Aktie um mehr als 12 Prozent ein. Der Auslöser: Management prognostizierte für das laufende Quartal KI-Chip-Umsätze von rund 16 Milliarden Dollar — Analysten hatten etwa 17,2 Milliarden erwartet. Hinzu kam, dass Broadcom das Jahresziel unverändert ließ, statt es anzuheben. Nach einer langen Aufwärtsphase wirkte eine stabile Prognose wie eine Enttäuschung.
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Wall Street bleibt optimistisch
Die Analystengemeinde stufte den Einbruch mehrheitlich als Überreaktion ein. Noch am selben Tag erhöhten mindestens acht Banken ihre Kursziele. Jefferies nannte 550 Dollar, JPMorgan 580 Dollar.
Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hob sein Ziel von 480 auf 530 Dollar an und behielt die Outperform-Einstufung. Er sieht den Kursrückgang als Kaufgelegenheit. Deutsche Bank zog ihr Ziel von 430 auf 515 Dollar hoch.
Broadcom hält aktuell ein Konsensrating von „Strong Buy“: 24 Kaufempfehlungen, 3 Halteempfehlungen, null Verkaufsempfehlungen.
KI-Ziele bleiben ambitioniert
Das Jahresziel für KI-Halbleitererlöse bleibt bei 56 Milliarden Dollar — ein Wachstum von rund 180 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Langfristige Lieferverträge bestehen mit Google, Anthropic, OpenAI und Meta. Zwei weitere Kunden haben zum Zeitpunkt des Earnings Calls bereits 6 Milliarden Dollar an KI-Aufträgen gebucht.
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Tan mit KI-Halbleiterumsätzen von mehr als 100 Milliarden Dollar.
Am 22. Juni folgt der nächste Ex-Dividenden-Tag. Die Dividende liegt bei 2,60 Dollar je Aktie. Auf Jahressicht hat die Aktie trotz des jüngsten Einbruchs rund 59 Prozent zugelegt — ein Beleg dafür, wie weit die KI-getriebene Neubewertung Broadcom bereits getragen hat.
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