Broadcom Aktie: Anleger begeistert!

Neue chinesische Software-Beschränkungen treffen Broadcoms VMware-Geschäft, während Analysten das KI-Wachstumspotenzial weiterhin optimistisch bewerten.

Kurz zusammengefasst:
  • China verbietet VMware-Software aus Sicherheitsgründen
  • Wells Fargo hebt Rating und Kursziel deutlich an
  • Starke KI-Umsatzprognosen für 2026 und 2027
  • Aktie verliert nach Höhenflug deutlich an Wert

Der Höhenflug von Broadcom bekommt in dieser Woche einen deutlichen Dämpfer. Neue Maßnahmen aus Peking gegen westliche Software treffen direkt das VMware-Geschäft, dazu kommen Sorgen um das KI-Segment. Gleichzeitig bleiben große US-Banken bei der Aktie trotz Rücksetzer optimistisch – wenn auch mit unterschiedlichen Nuancen.

China verbietet VMware-Software

Auslöser des jüngsten Drucks ist ein Schritt der chinesischen Behörden: Unternehmen im Land sollen bestimmte Cybersicherheits-Programme aus den USA und Israel nicht mehr einsetzen. Auf der Liste steht auch VMware, seit der Übernahme Teil von Broadcom.

Broadcom

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Offiziell verweist Peking auf nationale Sicherheitsbedenken. Aus chinesischer Sicht besteht das Risiko, dass ausländische Software vertrauliche Daten sammelt und ins Ausland überträgt. Zugleich fügt sich die Maßnahme in die Strategie Pekings ein, westliche Technologie schrittweise durch heimische Anbieter zu ersetzen.

Für Broadcom ist das mehr als ein Symbolthema. Der Konzern unterhält sechs Standorte in China und wollte die VMware-Software als wichtigen Baustein für das Enterprise-Geschäft in Asien ausbauen. Der Bann erschwert genau diese Pläne und wirft Fragen nach dem künftigen Wachstumstempo in der Region auf.

Stichpunkte zur China-Maßnahme:

  • VMware gehört zu den explizit verbotenen Anbietern
  • Ebenfalls betroffen: u.a. Palo Alto Networks, Fortinet und CrowdStrike
  • Begründung: nationale Sicherheit und Sorge um Datenabfluss
  • Kontext: anhaltende Spannungen im Technologiehandel zwischen USA und China

Zusätzlicher Gegenwind kam zuletzt von Berichten, China blockiere Importe von Nvidias H200-Chips. Das trifft zwar primär Nvidia, erhöht aber die Nervosität rund um Broadcoms KI-Konnektivitätschips, die Hochleistungsprozessoren in Servern miteinander verbinden.

Kursrutsch trifft hoch bewertete Aktie

Am Mittwoch verlor die Broadcom-Aktie im Tagesverlauf deutlich an Wert und bügelte damit Gewinne der Vortage wieder aus. Gestern schloss der Titel bei 343,02 US-Dollar und liegt damit rund 3 % unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 354,61 US‑Dollar – nach einem Anstieg von über 150 % seit dem Tief im April 2025 ist die Aktie allerdings weiterhin klar in der Nähe ihrer Höchststände unterwegs.

Auch die Volatilität ist hoch: Auf 30‑Tage-Basis liegt sie annualisiert bei über 75 %, was die empfindliche Reaktion des Marktes auf politische und regulatorische Schlagzeilen erklärt. Mit einem 14‑Tage-RSI um 42 ist der Wert kurzfristig allerdings nicht überkauft.

Wells Fargo wird deutlich optimistischer

Trotz der geopolitischen Risiken nutzen einige Analysten den Rücksetzer für positivere Einschätzungen. Wells Fargo stufte die Broadcom-Aktie am 15. Januar von „Equal-weight“ auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel von 410 auf 430 US‑Dollar an.

Die Bank begründet den Schritt mit steigender Überzeugung, dass bis 2026 mehrere zusätzliche Kurstreiber greifen werden. Besonders im Fokus: das KI-Halbleitergeschäft. Die wichtigsten Annahmen von Wells Fargo:

  • KI-Halbleiterumsatz 2026: 52,6 Mrd. US‑Dollar (+116 % gegenüber dem Vorjahr)
  • KI-Halbleiterumsatz 2027: 93,4 Mrd. US‑Dollar (+78 % gegenüber 2026)
  • Konzernumsatz 2026 (Kalenderjahr) geschätzt: 100,3 Mrd. US‑Dollar

Als zentrale Wachstumstreiber nennt Wells Fargo die Partnerschaft mit Google rund um die TPU-Beschleuniger sowie einen großen Auftrag des KI-Unternehmens Anthropic. Aus Sicht der Bank überwiegt damit das strukturelle KI-Wachstum die aktuellen politischen Risiken.

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RBC bleibt vorsichtiger

RBC Capital startete am selben Tag die Beobachtung der Broadcom-Aktie mit einem „Sector Perform“-Rating und einem Kursziel von 370 US‑Dollar. Das ist deutlich weniger offensiv als die Einschätzung von Wells Fargo.

Analyst Srini Pajjuri skizziert drei Kernfragen, die das Bild des Unternehmens prägen:

  • Wie stark drücken KI-Investitionen auf die Bruttomargen?
  • Wie nachhaltig ist die starke Hochlaufphase bei Anthropic?
  • Wie groß und wie schnell könnten zusätzliche Geschäfte mit OpenAI wirklich werden?

RBC verweist zudem auf die Bewertung: Broadcom werde aktuell mit einem Aufschlag von etwa 25 % gegenüber Nvidia gehandelt. Aus dieser Perspektive wirkt das Chance-Risiko-Verhältnis weniger attraktiv. Gleichzeitig sieht die Bank Aufwärtspotenzial für die KI-Prognosen bis 2026, vor allem durch starke Nachfrage von Google und Meta – jenseits des ersten Halbjahres 2027 bleibt die Visibilität aus RBC-Sicht aber begrenzt.

Schuldenstruktur wird neu geordnet

Parallel zu den Marktturbulenzen arbeitet Broadcom an seiner Bilanz. Am 6. Januar kündigte der Konzern eine Emission von Senior Notes im Volumen von 4,5 Mrd. US‑Dollar an, mit Laufzeiten von 2031, 2033, 2036 und 2056.

Die Mittel sollen für allgemeine Unternehmenszwecke und die Rückzahlung bestehender Schuldtitel genutzt werden. Zusammen mit VMware will Broadcom rund 4 Mrd. US‑Dollar ausstehenden Anleihen in vier Serien zwischen dem 17. Januar und dem 6. Februar 2026 zurückzahlen. Die neuen Anleihen wurden von S&P mit „A-“ und von Fitch mit „BBB+“ bewertet – ein Hinweis auf eine insgesamt solide Bonität trotz hoher Investitionen.

Analystenkonsens bleibt klar positiv

Trotz der jüngsten Rückschläge überwiegt an der Wall Street weiterhin der Optimismus. Der Konsens liegt bei einem „Strong Buy“-Rating, das durchschnittliche Kursziel um rund 457 US‑Dollar signalisiert aus aktueller Sicht ein Potenzial von etwa 35 %.

Einige Beispiele:

  • Mizuho hob am 9. Januar das Kursziel auf 480 US‑Dollar an und bleibt bei „Outperform“. Das entspräche einem möglichen Aufschlag von rund 45 %.
  • Goldman Sachs nahm Broadcom in die „US Conviction List“ für 2026 auf.

Fundamental liefert das Unternehmen bislang die Vorlage für diese Zuversicht: Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 24 % gegenüber dem Vorjahr. Der KI-Halbleiterumsatz legte sogar um 65 % auf 20 Mrd. US‑Dollar zu. Auf dieser Basis wird Broadcom derzeit mit etwa dem 33‑Fachen des erwarteten Gewinns 2026 und dem 16‑Fachen des erwarteten Umsatzes bewertet – ein klares Wachstumsprofil, aber eben auch ein Premiumpreis.

Fazit: Wachstum gegen geopolitische Risiken

Unterm Strich prallen bei Broadcom zwei Entwicklungen aufeinander: Auf der einen Seite ein stark wachsendes KI-Geschäft mit großen Kunden wie Google, Meta und Anthropic, flankiert von positiven Analystenstimmen und solider Refinanzierung. Auf der anderen Seite zunehmende geopolitische Risiken, die sich konkret im chinesischen VMware-Verbot und neuen Hürden im Tech-Handel zeigen.

Wie sich das Kräfteverhältnis entwickelt, wird sich bereits in den kommenden Quartalen zeigen: Entscheidend sind dabei das tatsächliche Wachstumstempo im KI-Segment bis 2027, die Margenentwicklung und mögliche weitere Beschränkungen im Handel mit China.

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