Broadcom Aktie: Anthropic wird wichtigster Chipkunde
Broadcom-Chef Hock Tan bekräftigt die KI-Ziele bis 2028, während EU-Prüfungen den Konzern belasten und ein Rückkaufprogramm läuft.
Kurz zusammengefasst
- Tan bestätigt Broadcoms KI-Prognosen
- Anthropic soll wichtigster Chipkunde werden
- EU-Prüfung bleibt ungelöster Unsicherheitsfaktor
- Aktienrückkäufe bis Dezember 2026 genehmigt
Hock Tan stellt sich gegen die Zweifel der Anleger. Broadcoms Vorstandschef wies vor wenigen Tagen im US-Fernsehsender CNBC Befürchtungen zurück, eine Abschwächung beim Bau neuer KI-Basismodelle könnte die Wachstumspläne des Chipherstellers gefährden. Die Prognosen für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 seien intakt, betonte Tan.
Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Aktienkurs unter Druck steht. Das Papier schloss am Mittwoch bei 296,00 Euro und liegt damit rund 31 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro vom Juni. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Minus 9,8 Prozent, der RSI von 34,1 signalisiert eine überverkaufte Aktie.
Anthropic als neuer Wachstumstreiber
Tan ging in seinen Aussagen ins Detail. Anthropic werde bis 2027 sämtliche anderen Kunden für kundenspezifische Chips bei Broadcom überflügeln und diese Position bis 2028 halten, so der Broadcom-Chef.
Diese Kundenbindungen sind der eigentliche Kern der Botschaft: Sie sollen Anlegern zeigen, dass die im September vorgelegten ehrgeizigen Umsatzziele nicht auf wackligem Fundament stehen, sondern auf konkreten, langfristig angelegten Lieferverpflichtungen namhafter Technologiekonzerne beruhen.
Regulatorischer Druck aus Brüssel bleibt
Parallel zur Debatte um die KI-Nachfrage wächst der Gegenwind aus Europa.
Cloud-Anbieter wurden demnach vor einer wichtigen Frist im Streit mit Broadcom um weitere Auskünfte gebeten. Bereits im April hatte das Gericht der Europäischen Union einen Antrag von Broadcom abgelehnt, die Informationsanfragen der EU-Kommission auszusetzen.
Zusätzlich sorgt eine Produktentscheidung für Diskussionen: Kritiker werten dies als weiteres Signal dafür, wie stark Broadcom seine Marktmacht im Virtualisierungsgeschäft nutzt – ein Punkt, der auch die Brüsseler Prüfung befeuern dürfte.
Kapitalrückführung läuft weiter
Trotz der regulatorischen Baustellen hält Broadcom an seiner Ausschüttungspolitik fest.
Der Vorstand hat ein Rückkaufprogramm von bis zu 10 Milliarden US-Dollar bis Ende Dezember 2026 genehmigt.
Für Anleger bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der operativen Seite untermauern die Aussagen zu Anthropic, Google und Meta das Vertrauen in die langfristigen KI-Wachstumsziele. Auf der regulatorischen Seite bleibt die EU-Prüfung ein ungelöster Unsicherheitsfaktor, der die Kursentwicklung der vergangenen Wochen mit erklärt.
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