Broadcom Aktie: Auftragsflut trifft auf Engpass

Broadcom verzeichnet historische KI-Umsätze und volle Auftragsbücher, muss aber seine Lieferketten umbauen, um Produktionsengpässe zu überwinden.

Andreas Sommer ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • KI-Chip-Umsätze mehr als verdoppelt
  • Produktionsengpässe bei Partner TSMC
  • Eigene Verpackungsfabrik in Singapur
  • Analysten sehen Aktie als 'Strong Buy'

Am heutigen Dienstag schüttet Broadcom seine Quartalsdividende aus. Hinter der routinemäßigen Zahlung verbirgt sich ein massiver Kontrast: Während das Geschäft mit KI-Chips historische Rekorde bricht und die Auftragsbücher überquellen, stößt die Produktion an ihre physischen Grenzen. Um die gewaltige Nachfrage von Tech-Giganten wie Alphabet und Meta bedienen zu können, baut der Konzern nun seine Lieferketten grundlegend um.

Historisches Wachstum dank KI-Boom

Die Basis für die aktuelle Ausschüttung liefert ein starkes erstes Geschäftsquartal. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um knapp 30 Prozent auf 19,31 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Treiber dieser Entwicklung ist das Segment der KI-Halbleiter, dessen Erlöse sich auf 8,4 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelten.

Der Aktienkurs spiegelt diese operative Stärke kurzfristig nur bedingt wider. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 13,52 Prozent und notierte gestern bei 256,55 Euro. Langfristig steht auf Jahressicht allerdings ein deutliches Plus von knapp 66 Prozent zu Buche.

Konzernchef Hock Tan blickt äußerst optimistisch nach vorn. Für das Jahr 2027 peilt er allein mit KI-Chips einen Umsatz von über 100 Milliarden US-Dollar an. Ein Auftragsbestand von 73 Milliarden US-Dollar untermauert diese Ambitionen und signalisiert anhaltend hohe Investitionen der Cloud-Anbieter.

Kapazitätsgrenzen erzwingen neue Strategien

Genau dieses rasante Wachstum offenbart eine Schwachstelle im System. Die Fertigungskapazitäten des wichtigsten Partners TSMC sind im Bereich der fortschrittlichen Prozesse nahezu ausgelastet. Der Mangel weitet sich mittlerweile auf vorgelagerte Komponenten wie Laserbauteile und Leiterplatten aus.

Um diesen Flaschenhals zu umgehen, ergreift das Management konkrete Gegenmaßnahmen. Broadcom errichtet derzeit eine eigene Anlage für das sogenannte Chip-Packaging in Singapur. Dieser Schritt reduziert die Abhängigkeit von TSMC bei bestimmten Produktionsschritten. Parallel dazu hat sich das Unternehmen vertraglich zugesicherte Kapazitäten für kritische Bauteile bis ins Jahr 2028 gesichert. Auch die Kunden reagieren und binden sich zunehmend über langfristige Lieferverträge von drei bis fünf Jahren an den Chipentwickler.

Analysten bewerten die Marktposition von Broadcom – das Unternehmen hält über 70 Prozent Marktanteil bei maßgeschneiderten KI-Beschleunigern – überwiegend positiv. Die Einschätzungen der Wall Street fallen entsprechend deutlich aus:

  • Konsens der 29 Analysten: „Strong Buy“
  • Durchschnittliches Kursziel: 431,24 US-Dollar
  • Höchstes Kursziel (Evercore ISI): 582,00 US-Dollar

Ein strukturelles Risiko bleibt die hohe Kundenkonzentration. Die KI-Umsätze stützen sich primär auf wenige Großabnehmer wie OpenAI oder Anthropic. Jegliche Kürzungen in deren Investitionsbudgets würden direkt auf die Bilanzen von Broadcom durchschlagen. Die operative Hauptaufgabe für das laufende Jahr liegt nun darin, die neu geschaffenen Produktionskapazitäten in Singapur hochzufahren, um den massiven Auftragsbestand fristgerecht abzuarbeiten.

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Broadcom Aktie

330,50 EUR

– 2,25 EUR -0,68 %
KGV 63,57
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,66 %
Marktkapitalisierung 1,82 Bio. EUR
ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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