Broadcom Aktie: Google-TPU v9 verunsichert

Broadcoms Aktie fällt wegen unbestätigter Google-Gerüchte, während JPMorgan eine Kaufgelegenheit sieht und das KI-Geschäft boomt.

Eduard Altmann ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursrückgang um 3,5 Prozent
  • JPMorgan rät zum Kauf
  • KI-Umsatz steigt um 143 Prozent
  • Google diversifiziert Chip-Partner

Unbestätigte Berichte über Verzögerungen bei Googles KI-Chip-Programm haben Broadcom am Montag unter Druck gesetzt. Der Kurs fiel um rund 3,5 Prozent auf 346 Euro. JPMorgan hält dagegen — und spricht von einer Kaufgelegenheit.

Google-Gerüchte als Auslöser

Im Kern dreht sich alles um Googles Tensor Processing Unit der nächsten Generation. Berichte über mögliche Verzögerungen beim TPU-v9-Programm im 2-Nanometer-Verfahren verunsicherten Anleger. Broadcom ist dabei der primäre Designpartner.

JPMorgan-Analyst Harlan Sur bezeichnete die Gerüchte als „Lärm“. Seine Bank bekräftigte das Rating „Overweight“ und ein Kursziel von 580 Dollar. Das Programm laufe planmäßig, Broadcom halte einen technischen Vorsprung von über 18 Monaten gegenüber Googles eigener Chip-Entwicklung. Ein im März 2026 unterzeichneter Fünfjahresvertrag sichere Broadcom die Entwicklung der TPU-Generationen v8 bis v11 — und damit Einnahmen bis 2031.

Neben den Gerüchten belasteten auch steigende US-Anleiherenditen und die planmäßige Neugewichtung von Nasdaq-100 und S&P 500 den Kurs. Broadcom notiert damit knapp 19 Prozent unter seinem Allzeithoch von 429,60 Euro vom 3. Juni 2026.

Google diversifiziert — Broadcom bleibt dominant

Parallel dazu bestätigten sich Berichte, dass Google MediaTek für eine spezielle TPU-v9-Variante namens „Triggerfish“ engagiert hat. Diese soll mehr SRAM- und HBM4E-Speicher bieten und ab Ende 2027 produziert werden.

Google arbeitet damit mit Broadcom, MediaTek, Marvell und Intel zusammen. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Allerdings bleibt Broadcom der dominante Lieferant für die Standard-Hochvolumen-Designs. Der Marktanteil könnte bis 2028 von 95 auf rund 65 Prozent sinken — das absolute Volumen im KI-ASIC-Markt wächst dabei weiter.

KI-Umsatz wächst dreistellig

Die Fundamentaldaten sprechen eine klare Sprache. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Broadcom einen KI-Chip-Umsatz von 10,8 Milliarden Dollar — ein Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen KI-Erlöse von rund 16 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 200 Prozent entspräche.

Einige Marktteilnehmer hatten inoffiziell mit bis zu 17,2 Milliarden Dollar gerechnet. Diese Erwartungslücke erklärt einen Teil des Drucks. Die Bruttomarge soll im dritten Quartal bei 74 Prozent liegen, nach 77,1 Prozent im Vorquartal.

Trotz des heutigen Rücksetzers liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 17 Prozent im Plus. Das nächste konkrete Datum für frische Orientierung: die Quartalszahlen für das dritte Quartal, die Aufschluss geben werden, ob die 16-Milliarden-Prognose hält.

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Broadcom Aktie

368,60 EUR

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KGV 69,86
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,61 %
Marktkapitalisierung 2,00 Bio. EUR
ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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