Broadcom Aktie: Googles Doppelstrategie enthüllt

Google diversifiziert seine KI-Chip-Entwicklung mit Marvell, was den Broadcom-Kurs belastet. Trotz neuer Konkurrenz bleibt die Partnerschaft bis 2031 gesichert.

Dieter Jaworski ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Google entwickelt neue KI-Chips mit Marvell
  • Broadcom verliert vorübergehend an der Börse
  • Langfristiger Vertrag mit Google bis 2031
  • KI-Umsatz soll 2027 100 Milliarden erreichen

Google arbeitet künftig mit zwei Custom-Chip-Partnern — und Broadcom spürt das sofort im Kurs. Berichte über Gespräche zwischen Google und Marvell Technology haben am Montag für Bewegung gesorgt: Marvell-Aktien sprangen vorbörslich um rund 6 bis 7 Prozent, Broadcom gab knapp 2 Prozent nach.

Diversifizierung, kein Bruch

Google will offenbar zwei neue KI-Chips gemeinsam mit Marvell entwickeln — eine spezialisierte Speicherverarbeitungseinheit sowie einen neuen inferenzoptimierten TPU. Bisher hat Broadcom Googles TPU-Chips maßgeblich mitentwickelt. Das Geschäftsmodell: Broadcom kassiert eine Gebühr pro produziertem Chip. Bei steigenden Stückzahlen summieren sich diese Kosten schnell.

Einen vollständigen Rückzug signalisiert das nicht. Broadcom und Google haben erst in diesem Monat einen Vertrag unterzeichnet, der die Zusammenarbeit an neuen Chips bis 2031 sichert. Marvell ins Spiel zu bringen ist klassische Lieferantendiversifizierung — sie gibt Google mehr Verhandlungsmacht bei künftigen Konditionen.

Rekordjahrgang und üppige Vergütung

Zeitgleich hielt Broadcom am Montag seine Hauptversammlung ab. Das Unternehmen blickt auf ein starkes Fiskaljahr 2025 zurück: Der Umsatz erreichte 63,9 Milliarden Dollar, der freie Cashflow lag bei 26,9 Milliarden Dollar. Der KI-Halbleiterumsatz wuchs um 65 Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar.

CEO Hock Tan erhielt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Gesamtvergütung von 205,3 Millionen Dollar. Davon entfielen 202,4 Millionen auf Aktienprämien. Das Grundgehalt blieb mit 1,2 Millionen Dollar nahezu unverändert.

Broadcom schüttete 2026 außerdem 13,6 Milliarden Dollar an Aktionäre aus und erhöhte die Quartalsdividende um 10 Prozent auf 0,65 Dollar je Aktie.

Insider-Verkäufe und Ausblick

Aufmerksamkeit zog auch S. Ram Velaga auf sich, Präsident der Infrastructure Software Group. Er verkaufte zwischen dem 8. und 10. April insgesamt 38.215 Aktien für kombinierte Erlöse von rund 13,6 Millionen Dollar — aufgeteilt auf drei separate Transaktionen.

Der Blick nach vorn bleibt dennoch ambitioniert. Für das zweite Quartal des Fiskaljahres 2026 erwartet Broadcom einen Umsatz von 22 Milliarden Dollar — ein Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der KI-Halbleiterumsatz soll auf 10,7 Milliarden Dollar steigen, was einem Wachstum von 140 Prozent entspräche. Für das Fiskaljahr 2027 peilt das Unternehmen mindestens 100 Milliarden Dollar KI-Umsatz an. Marktforscher Counterpoint Research traut Broadcom dabei einen Anteil von 60 Prozent am Custom-KI-Chip-Markt zu.

Die Broadcom-Aktie notiert aktuell bei rund 339 Euro — gut 4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Über zwölf Monate hat sie sich mehr als verdoppelt. Die nächsten Quartalszahlen werden Anfang Juni 2026 erwartet und dürften zeigen, ob Googles neue Partnerstrategie erste Spuren hinterlässt.

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Broadcom Aktie

375,40 EUR

+ 23,10 EUR +6,56 %
KGV 82,05
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,59 %
Marktkapitalisierung 1,97 Bio. EUR
ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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