Broadcom Aktie: Rekordquartal, verhaltener Empfang

Broadcom steigert Umsatz und Gewinn deutlich, verfehlt mit der Quartalsprognose jedoch knapp die Analystenerwartungen und belastet die Aktie.

Eduard Altmann ·
Abstrakte Darstellung moderner Rechenzentrum-Infrastruktur mit atmosphärischer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz steigt auf 29,6 Milliarden Dollar
  • Gewinn je Aktie mehr als verdreifacht
  • Halbleitergeschäft übertrifft die Erwartungen deutlich
  • Aktie verliert nachbörslich zeitweise fünf Prozent

Starke Zahlen, verhaltene Reaktion: Broadcom hat im dritten Geschäftsquartal Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert – und trotzdem gab die Aktie nachbörslich zunächst nach. Der Grund liegt nicht in der Vergangenheit, sondern im Ausblick.

Der Chip- und Softwarekonzern setzte 29,6 Milliarden Dollar um, ein Plus von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über dem Analystenkonsens. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 3,32 Dollar, nach 0,85 Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn hat sich damit mehr als verdreifacht.

Der Haken steckt im vierten Quartal

Für das laufende vierte Geschäftsquartal stellt Broadcom rund 34,8 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Das wäre ein Wachstum von über 90 Prozent zum Vorjahr – aber die Schätzungen der Analysten lagen leicht darüber. Nach einem Quartal mit klaren positiven Überraschungen reicht Anlegern offenbar eine Prognose, die den Konsens nur trifft, nicht mehr aus.

Die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um bis zu fünf Prozent, reduzierte das Minus aber im Verlauf der Telefonkonferenz deutlich. Konzernchef Hock Tan beruhigte die Anleger mit langfristigen Wachstumszahlen: Der KI-Chip-Umsatz soll sich im Geschäftsjahr 2027 auf 115 Milliarden Dollar verdoppeln und 2028 nochmals auf 230 Milliarden Dollar steigen. Beim Gewinn je Aktie peilt Broadcom für 2028 mehr als 30 Dollar an – deutlich über dem bisherigen Analystenkonsens von rund 26 Dollar.

Treiber dieser Erwartungen sind maßgeschneiderte KI-Chips für Kunden wie Google, Meta, OpenAI und Anthropic. Für Anthropic rechnet Tan bereits 2027 mit einer TPU-Kapazität von 5 Gigawatt, mit Potenzial für weitere 10 Gigawatt. OpenAI bereitet demnach schon die zweite Chipgeneration vor, eine dritte ist in Planung.

Halbleiter liefern, Software hinkt

Innerhalb der Geschäftsbereiche zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Halbleitersparte übertraf mit 16,7 Milliarden Dollar die Erwartungen deutlich, während das Infrastruktur-Softwaregeschäft mit 8,75 Milliarden Dollar knapp unter dem Konsens blieb. Die operative Marge liegt bei knapp 68 Prozent – ein Anstieg, der zeigt, wie profitabel das KI-Geschäft inzwischen für Broadcom ist.

Bemerkenswert ist ein Detail aus der Telefonkonferenz: Broadcom könnte KI-Laboren Restwertgarantien einräumen, die als Eventualverbindlichkeiten in der Bilanz auftauchen würden. Das dürfte in den kommenden Quartalen genauer beobachtet werden, da solche Garantien Risiken außerhalb der klassischen Umsatzlinie schaffen.

Trotz der Kursrally der vergangenen Jahre bleibt die Performance 2026 verhalten. Bis zum Vortagesschluss lag die Aktie im laufenden Jahr nur rund 6 Prozent im Plus – der Halbleiterindex SOX kam im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 54 Prozent. Seit dem Rekordhoch von 495 Dollar Anfang Juni hat das Papier rund ein Viertel seines Werts verloren.

Der Kurs pendelte zuletzt um 364 bis 367 Dollar. Ob die langfristigen Wachstumsziele bis 2028 reichen, um das verlorene Vertrauen gegenüber der Konkurrenz zurückzuholen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn die tatsächlichen Bestellungen der Großkunden sichtbar werden.

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Broadcom Aktie

311,75 EUR

– 5,45 EUR -1,72 %
KGV 61,61
KUV 23,25
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,69 %
Marktkapitalisierung 1,76 Bio. USD
Ø Kursziel 525,97 USD
ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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