Broadcom Aktie: UBS-Prognose explodiert

UBS erhöht die KI-Umsatzprognose für Broadcom für 2027 auf 145 Milliarden Dollar, während zwei Manager Aktien verkaufen. Die Aktie notiert nahe am überkauften Bereich.

Dieter Jaworski ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • UBS prognostiziert deutlich höhere KI-Umsätze bis 2027
  • Zwei Insider reduzieren ihre Aktienpositionen deutlich
  • Aktie notiert über 70 Prozent über Jahrestief
  • Breite Analystenunterstützung mit Strong-Buy-Konsens

UBS hat seine KI-Umsatzprognose für Broadcom deutlich nach oben geschraubt — und das auf Basis einer erweiterten Google-Partnerschaft, die bis 2031 läuft. Zeitgleich verkaufen Insider in nennenswertem Umfang. Das ist kein Widerspruch, aber ein Spannungsfeld, das Anleger kennen sollten.

Massiv höhere KI-Prognose

Der Auslöser für die neue UBS-Einschätzung ist die ausgeweitete Zusammenarbeit mit Google, die künftige TPU-Generationen und Netzwerkkomponenten umfasst. Anthropic soll ab 2027 rund 3,5 Gigawatt TPU-basierter Rechenleistung beziehen — ein Volumen, das die Gesamtbestellungen aus dem Anthropic-Umfeld auf rund 50 Milliarden Dollar treibt, nach zuvor etwa 40 Milliarden Dollar.

UBS modelliert nun rund 7 Millionen ausgelieferte TPUs im Kalenderjahr 2027, eine Million mehr als bisher. Die KI-Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 klettert damit auf 145 Milliarden Dollar — gegenüber der früheren Schätzung von 133 Milliarden und deutlich über Broadcoms eigener Guidance. Das Buy-Rating und das Kursziel von 475 Dollar bleiben bestätigt.

Die übrige Wall Street zieht weitgehend mit. Mizuho hält an Outperform mit 480 Dollar Kursziel fest, BofA Securities bleibt bei Buy mit 450 Dollar. Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel von 462 auf 470 Dollar. Lediglich Seaport Global Securities stufte auf Neutral herab und verwies auf strukturelle Engpässe im KI-Sektor. Unter 31 Analysten lautet das Konsensrating Strong Buy, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 464,32 Dollar.

Insider verkaufen, Aktionärsversammlung naht

Während Analysten ihre Modelle nach oben anpassen, haben zwei Insider ihre Positionen spürbar reduziert. Manager S. Ram Velaga trennte sich am 8. und 9. April von insgesamt rund 30.000 Aktien zu Preisen um die 352 Dollar — ein Rückgang seiner Beteiligung um gut ein Drittel. Direktorin Justine Page verkaufte am 8. April rund 2.000 Aktien zu 353 Dollar, was einem Positionsabbau von etwa zehn Prozent entspricht.

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Ob dahinter Diversifikation oder eine konkrete Einschätzung zur Bewertung steckt, lässt sich aus den SEC-Meldungen nicht ableiten. Fest steht: Die Verkäufe erfolgten kurz vor der Jahreshauptversammlung am 20. April, auf der unter anderem Direktorenwahlen und die Wiederernennung von PricewaterhouseCoopers als Abschlussprüfer zur Abstimmung stehen. Boardmitglied Eddy W. Hartenstein wird laut Proxy-Unterlagen aus dem Gremium ausscheiden.

Fundamentaldaten stützen die Erwartungen

Das operative Fundament liefert bislang keine Argumente gegen den Optimismus. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Broadcom einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,05 Dollar bei einem Umsatz von 19,31 Milliarden Dollar — beides leicht über den Konsensschätzungen. Der KI-Umsatz verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf 8,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg von 5,50 auf 7,35 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert aktuell rund 12 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt und hat sich seit dem 52-Wochen-Tief im April 2025 mehr als verdoppelt. Mit einem RSI von knapp 71 bewegt sie sich an der Grenze zum überkauften Bereich — ein technisches Detail, das angesichts der Jahreshauptversammlung am Sonntag an Bedeutung gewinnen könnte.

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Broadcom Aktie

352,75 EUR

– 6,80 EUR -1,89 %
KGV 82,65
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,58 %
Marktkapitalisierung 1,99 Bio. EUR
ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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