Broadcom steht unter Verkaufsdruck. Am Montag verlor die Aktie knapp 5 Prozent, und die Schwäche hält an. Verantwortlich ist weniger die fundamentale Lage des Chipkonzerns als vielmehr die Verunsicherung im gesamten Tech-Sektor – ausgelöst durch neue geopolitische Spannungen zwischen den USA und Europa.
Geopolitik belastet Tech-Werte
Die Nasdaq geriet diese Woche unter Druck, nachdem US-Präsident Trump erneut seinen Anspruch auf Grönland bekräftigte. Die Sorge vor neuen Handelskonflikten mit europäischen Partnern ließ Investoren Risiken reduzieren. Die „Magnificent Seven“ – darunter Broadcom – gerieten allesamt ins Minus.
Die Aktie notiert derzeit um 332,80 US-Dollar und hat damit binnen einer Woche rund 6,2 Prozent eingebüßt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 414,61 US-Dollar ist der Titel deutlich entfernt. Dabei hatte Broadcom im Gesamtjahr 2025 noch rund 50 Prozent zugelegt.
KI-Geschäft läuft auf Hochtouren
Hinter der kurzfristigen Schwäche steht eine nach wie vor intakte Wachstumsstory. Broadcom hat sich als führender Anbieter maßgeschneiderter KI-Chips für Hyperscaler positioniert – mit milliardenschweren Aufträgen von Alphabet, OpenAI und Anthropic.
Die jüngsten Zahlen belegen die Dynamik:
- KI-Umsatz Q4 2025: 6,5 Mrd. USD (+74% YoY)
- Auftragsbuch KI-Halbleiter: 73 Mrd. USD
- Vertrag mit Anthropic allein: 21 Mrd. USD
- KI-Halbleiter-Prognose Q1 2026: 8,2 Mrd. USD (Verdopplung YoY)
Wells Fargo hob die Aktie kürzlich auf „Overweight“ und das Kursziel auf 430 US-Dollar an. Die Analysten erwarten für 2026 KI-Halbleiterumsätze von 52,6 Mrd. USD und für 2027 von 93,4 Mrd. USD – ein Wachstum von 116 bzw. 78 Prozent.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Broadcom?
Wall Street bleibt optimistisch
Von 42 Analysten empfehlen 36 die Aktie zum Kauf. Mizuho-Analyst Vijay Rakesh setzte sein Kursziel von 450 auf 480 US-Dollar herauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 455,22 US-Dollar – das impliziert rund 29 Prozent Aufwärtspotenzial. Das höchste Ziel beträgt 535 US-Dollar.
Allerdings ist die Bewertung anspruchsvoll: Mit einem KGV von 72 liegt Broadcom deutlich über dem Branchenschnitt von 43,4. Die hohe Erwartungshaltung lässt wenig Raum für Enttäuschungen.
Risiken im Blick behalten
Neben der ambitionierten Bewertung gibt es weitere Risikofaktoren: Die starke Abhängigkeit von wenigen Großkunden macht das Geschäft anfällig für Auftragsschwankungen. Zudem sind die Fertigungskapazitäten bei Partner TSMC begrenzt – was zwar Planbarkeit schafft, aber auch Engpässe bedeutet. Hinzu kommen geopolitische Unwägbarkeiten, insbesondere im Verhältnis zu China.
Auffällig: In den vergangenen drei Monaten gab es 13 Insider-Verkäufe. Die Bilanz des Unternehmens ist solide mit einer Current Ratio von 1,71 und einem Verschuldungsgrad von 0,8. Broadcom erhöht seit 15 Jahren die Dividende – aktuell 2,60 US-Dollar pro Aktie jährlich.
Der aktuelle Rücksetzer erfolgt, nachdem Broadcom im vierten Quartal 2025 die Erwartungen deutlich übertroffen hatte: Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 18,02 Mrd. USD, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 37 Prozent auf 1,95 US-Dollar. Für das laufende Quartal peilt das Management 19,1 Mrd. USD Umsatz bei einer EBITDA-Marge von 67 Prozent an.
Broadcom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Broadcom-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Broadcom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Broadcom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Broadcom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

