Broadcom Aktie: Zwischen Rekordzahlen und Zollrisiko

Broadcom verzeichnet Rekordumsätze im KI-Geschäft, sieht sich aber durch US-China-Handelskonflikte und potenzielle Zollerhöhungen erheblich gefährdet.

Eduard Altmann ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • KI-Umsatz verdoppelt sich auf 8,4 Milliarden Dollar
  • Über 20 Prozent des Umsatzes abhängig von China
  • US-Regierungsauftrag im Wert von 970 Millionen Dollar
  • Aktie zeigt hohe Volatilität durch politische Risiken

Broadcom liefert KI-Umsätze auf Rekordniveau — und steht gleichzeitig vor einer der größten geopolitischen Belastungsproben der Unternehmensgeschichte. Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China trifft den Chipkonzern an einer empfindlichen Stelle.

China-Exposure als Achillesferse

Mit 10,5 Milliarden Dollar entfiel 2024 mehr als ein Fünftel des Gesamtumsatzes auf China. Genau dieses Geschäft gerät nun unter Druck: Die US-Regierung hat die Prüfung von Exportlizenzen für KI-Hardware aus Sicherheitsgründen ausgeweitet. Einige chinesische Kunden haben Bestellungen bereits verschoben, bis klarere Vorgaben vorliegen.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko auf der Lieferkettenseite. Broadcom hat öffentlich darauf hingewiesen, dass die Kapazitäten beim Auftragsfertiger TSMC ausgelastet sind. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten verschärfen die Lage zusätzlich, da sie die globale Heliumversorgung — ein unverzichtbares Element in der Chipproduktion — belasten.

Die Aktie reagiert entsprechend nervös: In den vergangenen zwölf Monaten verzeichnete sie 23 Kursbewegungen von mehr als fünf Prozent.

Starke Zahlen als Gegengewicht

Das operative Geschäft liefert unterdessen ein anderes Bild. Im ersten Quartal 2026 erzielte Broadcom einen Umsatz von 19,3 Milliarden Dollar — ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der KI-Umsatz verdoppelte sich nahezu auf 8,4 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen KI-Erlöse von 10,7 Milliarden Dollar, getrieben von der anhaltend hohen Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Beschleunigern.

CEO Hock Tan formulierte das Ziel klar: Allein aus dem Chipgeschäft soll der KI-Umsatz bis 2027 die Marke von 100 Milliarden Dollar überschreiten.

Abseits des KI-Booms sicherte sich Broadcom zudem einen Regierungsauftrag: Gemeinsam mit Carahsoft wurde ein 970-Millionen-Dollar-Rahmenvertrag mit der US-Verteidigungsbehörde DISA gewonnen — ein Umsatzsegment, das von China-Risiken weitgehend abgeschirmt ist.

Zollpolitik bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor

Die Handelspolitik könnte sich noch verschärfen. Seit Januar 2026 gilt ein 25-prozentiger Zoll auf bestimmte re-exportierte Chips. Bis zum 1. Juli 2026 muss das US-Handelsministerium dem Präsidenten einen Bericht über den Halbleitermarkt in US-Rechenzentren vorlegen — auf dessen Basis weitere, möglicherweise weitreichendere Zölle verhängt werden könnten.

Broadcom steht damit vor einer klaren Zweiteilung: Auf der einen Seite ein KI-Geschäft mit außergewöhnlicher Dynamik, auf der anderen eine Kundenbasis, die stark auf wenige große Abnehmer konzentriert ist, kombiniert mit erheblichem China-Exposure. Wie die Zollpolitik nach dem Juli-Bericht aussieht, wird maßgeblich bestimmen, ob die Wachstumsprognosen für 2027 Bestand haben.

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Broadcom Aktie

329,00 EUR

– 8,90 EUR -2,63 %
KGV 63,74
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,66 %
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ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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