BYD Aktie: 145,5 Prozent Wachstum in Europa, Tesla überholt
BYD bringt den Elektro-Kleinwagen Racco nach Japan und fordert etablierte Hersteller im Kei-Car-Segment heraus.

Kurz zusammengefasst
- Markteintritt mit drei Ausstattungsvarianten
- Reichweite von bis zu 320 Kilometern
- Verkaufsziel von 10.000 Einheiten pro Jahr
- BYD überholt Tesla in Europa bei Neuzulassungen
BYD hat am heutigen Dienstag mit dem Kleinstwagen Racco offiziell den japanischen Kei-Car-Markt betreten – ein Segment, das rund 40 Prozent aller Neuwagenverkäufe im Land ausmacht und bislang fest in der Hand heimischer Hersteller wie Nissan, Honda und Suzuki lag. Der chinesische Autobauer positioniert sich damit erstmals als ausländischer Anbieter in diesem für Japan besonders symbolträchtigen Fahrzeugsegment, wie Nikkei Asia berichtet.
Der Racco startet in drei Ausstattungsvarianten: Die Basisversion 200 kostet 2,145 Millionen Yen, nach staatlichem Umweltbonus von 150.000 Yen sinkt der Preis auf 1,995 Millionen Yen. Die Version 300 Plus schlägt mit 2,398 Millionen Yen zu Buche, das Topmodell 300 Premium mit 2,497 Millionen Yen. Während die Basisvariante mit einer 22,4-kWh-Batterie eine Reichweite von 210 Kilometern nach WLTC-Norm erreicht, kommen die höheren Ausstattungslinien mit 35,84 kWh auf bis zu 320 Kilometer – laut Kyodo News die erste elektrische Kei-Car-Reichweite in Japan jenseits der 300-Kilometer-Marke. Zum Vergleich: Der Marktführer Nissan Sakura kostet 2,4486 Millionen Yen und schafft mit staatlicher Förderung von bis zu 580.000 Yen einen Effektivpreis von rund 1,87 Millionen Yen, bietet dabei aber nur 180 Kilometer Reichweite.
Ambitionierte Verkaufsziele und Ausbau des Händlernetzes
BYD peilt für den Racco ein Absatzziel von 10.000 verkauften Einheiten binnen eines Jahres an. Der Konzern will laut Kyodo News sein Vertriebsnetz in Japan bis Ende des Jahres von derzeit rund 70 auf 100 Autohäuser ausbauen. BYD-Japan-Präsident Liu Xueliang zeigte sich bei der Präsentation in Tokio überzeugt, dass sich der globale Trend zur Elektromobilität nicht umkehren werde. Laut FNN Prime Online erklärte er zudem, man wolle japanischen Verbrauchern Elektrofahrzeuge erschwinglich machen. Als Werbebotschafterin für den Racco tritt die Schauspielerin Alice Hirose auf, die den Innenraum des Wagens als „wie ein fahrendes Zimmer“ beschrieb.
Technisch basiert der Racco auf der e-Platform 3.0 mit CTB-Technologie und bietet elektrische Schiebetüren auf beiden Seiten, ein Fahrerassistenzsystem der Stufe 2 sowie Vehicle-to-Load-Funktion. Die Batteriegarantie erstreckt sich standardmäßig über acht Jahre oder 160.000 Kilometer und lässt sich auf zehn Jahre beziehungsweise 200.000 Kilometer erweitern.
Europa: BYD zieht an Tesla vorbei
Der Japan-Start fällt in eine Phase, in der BYD auch auf anderen Märkten Boden gutmacht. Im ersten Halbjahr wuchsen die batterieelektrischen Neuzulassungen in Europa laut Marktdaten um 35,1 Prozent auf 1,608 Millionen Fahrzeuge. BYD legte dabei um 145,5 Prozent auf 174.144 Einheiten zu und überholte damit Tesla, das auf 170.351 Fahrzeuge kam. Auch global setzte sich der Trend im zweiten Quartal fort: BYD lieferte 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge aus, Tesla kam auf 480.126 Einheiten – ein Vorsprung von rund 77.000 Fahrzeugen für den chinesischen Hersteller.
Der Erfolg in Europa bleibt jedoch politisch umstritten. Volkswagen-Chef Oliver Blume forderte die EU auf, zusätzlich zum bestehenden Zoll von 10 Prozent einen Aufschlag von bis zu 35 Prozent auf chinesische Plug-in-Hybride zu verhängen. Unter den meistverkauften PHEV-Modellen in Europa führen laut den zitierten Daten BYD Seal U und BYD Atto 2 vor dem Chery Jaecoo 7, während der VW Tiguan auf Platz vier zurückfiel.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich die Aktie von der Nachrichtenflut wenig beeindruckt: Das Papier notiert aktuell bei 10,02 Euro und legt am heutigen Tag um 1,01 Prozent zu. Über die vergangenen 30 Tage hat die Aktie um 21,76 Prozent zugelegt – ein Zeichen dafür, dass Anleger die Kombination aus globaler Marktführerschaft bei Elektrofahrzeugen und der Expansion in neue Märkte wie Japan zunehmend honorieren, auch wenn die Aktie von ihrem Jahreshoch noch ein gutes Stück entfernt bleibt. Die Markteinführung des Racco dürfte zeigen, ob sich BYD nach dem durchwachsenen Start im japanischen Pkw-Segment seit 2023 nun auch im umkämpften Kei-Car-Markt behaupten kann.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...