BYD Aktie: 150 Milliarden Renminbi Garantien
BYD kämpft mit schwachem Heimatmarkt und Gewinneinbruch, während Rekordexporte das Wachstum stützen. Die Hauptversammlung soll die internationale Expansion absichern.

Kurz zusammengefasst
- Hauptversammlung in Shenzhen am Dienstag
- Rekordexporte von 160.000 Fahrzeugen im Mai
- Inlandsabsatz fällt um 24 Prozent
- Nettogewinn im ersten Quartal eingebrochen
Starke Exporte, schwache Heimatmärkte. Bei BYD klaffen Realität und Anspruch derzeit weit auseinander. Am Dienstag trifft sich das Management zur Hauptversammlung. Dort geht es um weit mehr als nur die Dividende.
Garantien und Gewinnverteilung
Aktionäre stimmen am Dienstag in Shenzhen über die Gewinnverwendung ab. Das Management schlägt eine finale Dividende von 0,358 Renminbi je Aktie vor. Der Ex-Dividenden-Tag fällt auf den 11. Juni.
Parallel dazu plant der Konzern einen massiven Finanzierungsrahmen. BYD will Garantien von bis zu 150 Milliarden Renminbi absegnen lassen. Damit sichert der Autobauer Kredite für seine weltweiten Tochtergesellschaften ab. Das erhöht die finanzielle Flexibilität im internationalen Geschäft.
Exporte treiben das Wachstum
Pünktlich zum Aktionärstreffen liefert der Mai einen Lichtblick. BYD verkaufte rund 383.000 Fahrzeuge. Das entspricht einem minimalen Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es ist der erste Anstieg seit neun Monaten.
Der Motor dieser Erholung läuft im Ausland. Die Exportzahlen erreichten einen Rekordwert von gut 160.000 Einheiten. Das bedeutet einen Sprung von 80 Prozent. Das Auslandsgeschäft steuert mittlerweile 42 Prozent zum Gesamtabsatz bei.
Der Heimatmarkt bricht ein
In China sieht die Lage völlig anders aus. Der Inlandsabsatz fiel im Mai um 24 Prozent. Es ist der dreizehnte Rückgang in Folge. Peking bremst weitere Preissenkungen in der Branche aktiv aus.
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Indes überzeugen die neuen Software-Upgrades die Käufer im unteren Preissegment kaum. Die Händler kämpfen trotz der technologischen Verbesserungen mit trägen Verkäufen.
Die Folge: Das drückt massiv auf die Profitabilität. Im ersten Quartal brach der Nettogewinn um 55 Prozent ein. Der Umsatz schrumpfte um knapp 12 Prozent. Der gnadenlose Preiskampf frisst die Margen pro Fahrzeug auf.
Hohe Ziele, tiefer Kurs
Für das Gesamtjahr peilt BYD bis zu 5,5 Millionen verkaufte Autos an. In den ersten fünf Monaten lieferte der Konzern jedoch erst 1,41 Millionen Einheiten aus. Das Management muss das Tempo drastisch erhöhen.
An der Börse spiegelt sich diese Skepsis wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,84 Euro. Damit notiert das Papier fast 79 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Der Abstand zum Jahrestief beträgt nur noch hauchdünne 3,5 Prozent.
Konzernchef Wang Chuanfu spricht bereits von einer brutalen „K.-o.-Phase“ im chinesischen Markt. Am Dienstag muss er den Aktionären beweisen, dass die aggressive Exportstrategie diesen heimischen Preiskampf dauerhaft ausgleichen kann.
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