BYD Aktie: 17 Millionen E-Fahrzeuge in 82 Tagen
BYD feiert Produktionsrekord, doch EU-Zölle und schwache Inlandsverkäufe belasten die Aktie. Der Exportanteil steigt rasant.

Kurz zusammengefasst
- 17-millionstes E-Auto produziert
- Neuer Seal 08 treibt Tempo an
- EU-Zölle von 27 Prozent belasten
- Exportanteil steigt auf 43 Prozent
Im Werk Xi’an laufen die Bänder auf Hochtouren. BYD hat sein 17-millionstes New Energy Vehicle produziert. Für die jüngste Million brauchte der Konzern gerade einmal 82 Tage. Ein rasantes Tempo. An der Börse verpufft diese Nachricht allerdings.
Tempo dank neuem Flaggschiff
Der chinesische Autobauer steigert seine Taktung massiv. Für die vorherige Million vergingen noch 120 Tage. Der aktuelle Schub geht vor allem auf den neuen Seal 08 zurück. Die Limousine feierte Anfang Juli Premiere. Berichten zufolge sammelte BYD bereits über 100.000 feste Bestellungen ein.
Flucht in den Export
Trotz der operativen Erfolge steht die Aktie unter Druck. Bei 9,27 Euro notiert das Papier fast 15 Prozent im Jahresminus. Der Grund für diese Schwäche liegt im Heimatmarkt. Dort brachen die Verkäufe im Juni um 22 Prozent ein.
Parallel dazu boomt das internationale Geschäft. Die Übersee-Auslieferungen sprangen um fast 95 Prozent auf rund 175.000 Fahrzeuge. Exporte machen inzwischen mehr als 43 Prozent der monatlichen Gesamtverkäufe aus.
Abfuhr aus Frankreich
Dieser internationale Fokus bringt neue Hürden mit sich. Seit Anfang Juli greifen in der EU endgültige Ausgleichszölle von 27 Prozent auf BYD-Importe. Das Management forciert daher die lokale Produktion außerhalb Chinas. Führungskräfte besprachen diese Woche mit Vertretern Usbekistans den Ausbau des Werks in Jizzakh.
In Europa versucht der Konzern ebenfalls Produktionsbrücken zu bauen. Dabei blitzte BYD in den vergangenen zwei Jahren mehrfach bei Renault ab. Die Chinesen wollten sich strategisch an dem französischen Autobauer beteiligen, um Zugang zu lokalen Fertigungsstätten zu erhalten. Diese Pläne scheiterten.
Operativ bleibt BYD auf Kurs. Mit 1,8 Millionen ausgelieferten Einheiten im ersten Halbjahr peilt das Management eine neue Bestmarke für das Gesamtjahr an. Dennoch bleibt der Abstand der Aktie zum 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro mit minus 37 Prozent gewaltig. Das Gelingen der Lokalisierungsstrategie entscheidet in der zweiten Jahreshälfte maßgeblich darüber, ob die internationalen Margen trotz der EU-Zölle stabil bleiben.
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