BYD Aktie: 175.349 Exporte im Juni
BYD übertrifft Tesla bei E-Auto-Verkäufen im zweiten Quartal 2026 und treibt den Ausbau der europäischen Produktion voran.

Kurz zusammengefasst
- BYD überholt Tesla bei E-Auto-Auslieferungen
- Exporte erreichen neuen Rekordwert
- Zweiter EU-Produktionsstandort geplant
- Türkei-Projekt vorerst gestoppt
BYD schnappt sich Tesla die Krone bei reinen Elektroautos zurück. Die Aktie legte am Donnerstag im frühen Hongkonger Handel um bis zu 8,4 Prozent zu. Das ist der stärkste Tagesgewinn seit Anfang 2025.
Quartalszahlen übertreffen Tesla-Schätzungen
Am Mittwoch veröffentlichte BYD seine Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Konzern lieferte 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge aus. Analysten erwarten für Tesla im selben Zeitraum nur rund 396.500 Verkäufe.
Im ersten Quartal lag noch Tesla vorn, mit einem Vorsprung von etwa 48.000 Einheiten. Jetzt kippt das Ranking. Der Auslöser: BYDs internationale Auslieferungen sind kräftig gestiegen, mitten in einem globalen Preiskrieg und einer wackligen Nachfrage in Europa und Nordamerika.
Exporte gleichen schwachen Heimatmarkt aus
Im Juni verkaufte BYD insgesamt 403.472 Neuenergiefahrzeuge. Das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit wächst der Konzern den zweiten Monat in Folge und beendet eine achtmonatige Talfahrt.
Der Motor dieser Erholung sitzt im Ausland. Die Exporte erreichten im Juni einen Rekordwert von 175.349 Einheiten, ein Plus von 94,7 Prozent zum Vorjahr. Damit fängt BYD einen Einbruch von 22 Prozent im chinesischen Heimatmarkt auf. Bei der Modellmischung standen 201.472 reine Elektrofahrzeuge 195.820 Plug-in-Hybriden gegenüber.
Kurswechsel Richtung Europa
BYD baut sein Produktionsnetz in Europa gezielt aus, um Handelsbarrieren zu umgehen. Alfredo Altavilla, Sonderberater des Konzerns für Europa, bestätigte am Mittwoch: Eine Entscheidung über einen zweiten europäischen Produktionsstandort steht kurz bevor. Die Teams prüfen aktuell bestehende Fabrikgelände in Spanien und Frankreich.
Der Hintergrund: Geplante „Made in Europe“-Regeln und EU-Einfuhrzölle setzen chinesische Hersteller unter Druck. Aktuell zahlt BYD auf in China gebaute Elektroautos Gesamtzölle von 27 Prozent in der EU. Mit einem zweiten Standort neben dem ungarischen Werk, wo die Produktion im vierten Quartal 2026 starten soll, will der Konzern seine Lieferkette lokalisieren.
Türkei-Projekt auf Eis
Parallel dazu legt BYD seine geplante Investition von einer Milliarde Dollar in der Türkei auf Eis. Der Konzern hatte im Juli 2024 einen Vertrag für ein Werk in Manisa mit einer Kapazität von 150.000 Fahrzeugen unterschrieben. Gebaut wurde bisher nichts.
Stella Li, Executive Vice President des Konzerns, bestätigte: BYD priorisiert jetzt Ungarn und die Suche nach einem zweiten EU-Standort. Am türkischen Gelände tat sich 18 Monate lang nichts. Hinzu kommt ein deutlicher Rückgang der BYD-Verkäufe auf dem türkischen Heimatmarkt in der ersten Jahreshälfte 2026.
Jahresbilanz bleibt gemischt
In den ersten sechs Monaten 2026 verkaufte BYD insgesamt 1.808.511 Neuenergiefahrzeuge. Das ist ein Rückgang von 15,72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz dieses Minus rechnet die Deutsche Bank mit einem Gewinnsprung von 145 Prozent im Quartalsvergleich.
Der Grund liegt im wachsenden Anteil margenstärkerer Auslandsverkäufe. Diese machen inzwischen rund 43,5 Prozent der monatlichen Auslieferungen aus. Die Entscheidung über den zweiten EU-Produktionsstandort dürfte in den kommenden Wochen fallen — sie entscheidet mit, wie schnell BYD den EU-Zöllen entkommt.
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