Interviewmit Eduard Altmann

BYD Aktie: 40.000 europäische Stellen brauchen einen Ertragsmotor

Eduard Altmann sieht Chancen für BYD, knüpft seine Einschätzung aber an stabile Auslandsmargen trotz lokaler Fertigung.

Eduard Altmann ·
Interview mit Eduard Altmann über BYD
Im Bild: Eduard Altmann

Kurz zusammengefasst

  • Rund 40.000 europäische Stellen geplant
  • September-Export umfasste 180.700 Fahrzeuge
  • Auslandsgeschäft erzielt höhere Margen als China
  • Lokale Werke verursachen zusätzliche Kosten

Nach der September-Absatzmeldung stehen bei BYD ein kräftiger Auslandsabsatz und ein schwächeres Inlandsgeschäft nebeneinander. Zugleich plant der Konzern bis zum Ende des Jahrzehnts rund 40.000 Beschäftigte in Europa. Wie viel Ertrag kann diese Expansion tragen? Die Redaktion fragt Eduard Altmann.

BYD (CNE100000296) — Schlusskurse 17.04.2026 bis 14.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 14.10.2026.

BYD (CNE100000296) — Schlusskurse 17.04.2026 bis 14.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 14.10.2026.

Stock World Redaktion: BYD plant rund 40.000 Beschäftigte in Europa. Warum sehen Sie darin zunächst eine Belastung und nicht den Beweis, dass der Konzern international schon fest Fuß gefasst hat?

Eduard Altmann: Die europäischen Stellen sind erst einmal eine Wette auf spätere Erträge. Bei 8,31 Euro sehe ich ein faires Zwölfmonatsniveau von rund 14 Euro; damit liege ich praktisch beim Analysten-Konsens.

Mein Urteil beruht also nicht darauf, dass ich einen übersehenen Wert entdeckt hätte. BYD kann Batterien und andere Kernteile selbst fertigen, das ist eine echte Kostenstärke. Ob sie auch die zusätzlichen europäischen Werke und Beschäftigten bezahlt, muss das Geschäft erst belegen.

Stock World Redaktion: Sie nennen die Stellen „eine Wette auf spätere Erträge“. Weshalb rechnen Sie den Ausbau dann überhaupt in ein faires Niveau ein?

Eduard Altmann: Weil BYD im Ausland bislang höhere Margen erzielt als in China und sein Wachstum dort nicht erst angekündigt hat. Im Heimatmarkt drücken der Preiskampf und schwächere Kaufanreize; das ist Umfeld, kein Beweis für schlechtes Handwerk bei BYD. Mein Urteil trägt nur, solange das Auslandsgeschäft seine höhere Marge trotz lokaler Fertigung halten kann. Genau an dieser Bedingung hängt mehr als an jeder Beschäftigtenzahl.

Stock World Redaktion: Europäische Werke sollen den EU-Zoll von 17 Prozent aushebeln. Warum sollte dieser Plan nicht aufgehen?

Eduard Altmann: Die Annahme eines automatischen Ausgleichs geht mir zu weit. Der Zoll betrifft aus China importierte Elektroautos, nicht pauschal BYDs Plug-in-Hybride. Lokale Produktion kann helfen, bringt aber eigene Kosten mit sich und braucht Auslastung. Wenn BYD dafür dauerhaft niedrigere Preise akzeptieren muss, ist der Zoll vielleicht umgangen, die Rechnung aber noch lange nicht gewonnen.

Stock World Redaktion: Im September verkaufte BYD 463.561 Fahrzeuge, darunter 180.700 im Export. Was müsste sich trotz dieser Stärke zeigen, damit Sie Ihre Einschätzung verwerfen?

Eduard Altmann: Ich würde zuerst auf die Marge im Ausland schauen, sobald BYD neue Ergebnisse dazu vorlegt. Wächst der Export weiter, während dort die Ertragskraft deutlich nachlässt, hätte ich die Fähigkeit zur Expansion überschätzt.

Der hohe Septemberabsatz allein beantwortet das nicht; BYD hat für das jüngste erfasste Quartal bis Ende Juni noch keinen neuen Gewinnbericht durch eine September-Meldung ersetzt. Meine These könnte also früher an der Rechnung scheitern als an der Nachfrage.

Stock World Redaktion: Ihr faires Niveau deckt sich praktisch mit dem Analysten-Konsens. Ist Ihre Zuversicht am Ende nur dessen Wiederholung?

Eduard Altmann: Nein. Ich traue BYD den Ausbau zu, traue ihm aber noch nicht blind die Erträge daraus zu. An diesem Unterschied hängt mein Urteil.

Stock World Redaktion: Sie sagen, Ihr Urteil trägt nur, solange das Auslandsgeschäft seine höhere Marge trotz lokaler Fertigung halten kann. Wie fällt damit Ihre Bilanz für BYD aus?

Eduard Altmann: Ich sehe in BYD ein starkes Geschäft zu einer Bewertung, die den geplanten Ausbau noch nicht als sicheren Erfolg bezahlt. Für mich überwiegt deshalb die Chance. Die härteste Probe liegt im Ausland: Dort muss aus Absatz nachweisbar Ertrag werden. Neue Werke allein können das nicht leisten.

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BYD Aktie

8,32 EUR

– 0,03 EUR -0,37 %
KGV 20,40
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,48 %
Marktkapitalisierung 689,26 Mrd. HKD
Ø Kursziel 105,92 CNY
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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