BYD Aktie: 557.090 E-Autos vor Tesla
BYD liefert mehr E-Autos als Tesla aus, doch die Aktie fällt. Neue Modelle und eine Partnerschaft mit Covestro prägen die Nachrichtenlage.

Kurz zusammengefasst
- BYD überflügelt Tesla bei Auslieferungen
- Aktie fällt trotz operativer Rekorde
- Strategische Kooperation mit Covestro
- Neue Modelle wie Qin MAX vorgestellt
BYD verkauft mehr Elektroautos als Tesla. Trotzdem fällt die Aktie. Dieser Widerspruch prägt den Handelstag am Montag.
Das Papier notiert bei 9,35 Euro und verliert 2,41 Prozent. Am Freitag schloss die Aktie noch bei 9,58 Euro. Auf Jahressicht steht ein Minus von 14,66 Prozent, in den vergangenen zwölf Monaten büßte der Titel fast 30 Prozent ein.
Mehr Auslieferungen als Tesla
Im zweiten Quartal 2026 lieferte BYD weltweit 557.090 rein batterieelektrische Fahrzeuge aus. Tesla kam im gleichen Zeitraum auf 480.126 Einheiten. BYD zieht damit im wichtigsten Vergleichswert der Branche klar vorbei.
Auch der Export läuft. Im Juni 2026 verschiffte BYD 175.349 Fahrzeuge ins Ausland — ein Anstieg von fast 95 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Am 28. Juli startet zudem der Mikro-Stromer „Racco“ in Japan, mit einem erwarteten Einstiegspreis unter drei Millionen Yen.
Partnerschaft mit Covestro
Am Montag unterzeichnete BYD ein Memorandum of Understanding mit dem Materialhersteller Covestro. Ziel ist eine langfristige strategische Zusammenarbeit bei Materiallösungen für Elektroautos, Batterien, Nahverkehrsfahrzeuge und Energiespeicher.
Covestro bringt sein Know-how in Polycarbonat- und Polyurethantechnologien ein. Genutzt werden soll das etwa für Fahrzeugbeleuchtung, Innen- und Außenteile sowie das Thermomanagement von Batterien. Ein Nachhaltigkeitsaspekt gehört ebenfalls dazu: Covestros „CQ“-Materialien bestehen zu mindestens 25 Prozent aus alternativen Rohstoffen.
Neue Modelle im Anmarsch
BYD baut sein Modellportfolio derzeit kräftig aus. Die Limousine Qin MAX feierte am Montag ihre Enthüllung und soll im dritten Quartal 2026 auf den Markt kommen. Sie positioniert sich oberhalb des Qin L und bietet sowohl eine reine Elektroversion als auch einen Plug-in-Hybrid.
Die Elektroversion kommt mit Motorleistungen von 120 oder 240 Kilowatt. Erwartet wird der Einsatz der zweiten Generation der Blade-Batterien, die von 10 auf 70 Prozent Ladestand in nur fünf Minuten laden sollen.
Parallel dazu hat der Plug-in-Hybrid-Pickup Fang Cheng Bao Shark die Zulassungsprüfung beim chinesischen Industrieministerium durchlaufen. Der Marktstart in China rückt damit näher. Das Fahrzeug misst 5.457 Millimeter in der Länge und kommt auf ein 1,5-Liter-Turbo-Hybridsystem mit einer Motorleistung von 170 Kilowatt vorne und 150 Kilowatt hinten.
Auch für den kleinen Seagull und die Denza Z9S liegen bereits Behördenunterlagen vor. Der neue Seagull wächst um 425 Millimeter auf 4.205 Millimeter Länge und kann optional mit Lidar für automatisiertes Navigieren in Städten ausgestattet werden. Die Denza Z9S bringt es mit Doppelmotor auf bis zu 370 Kilowatt Leistung.
Charttechnik zeigt Schwäche
Trotz der operativen Fortschritte bleibt der Kurs unter Druck. Die Aktie notiert unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,72 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,68 Euro. Zum Rekordhoch von 14,80 Euro aus dem Juli 2025 fehlen noch fast 37 Prozent.
Immerhin liegt der Kurs gut 16 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro, das erst am 30. Juni markiert wurde. Der RSI von 51,3 signalisiert eine neutrale Marktlage — weder überkauft noch überverkauft.
Operativ liefert BYD also Rekordzahlen bei Auslieferungen und Exporten. Die Kursentwicklung der vergangenen Monate spiegelt das bislang nicht wider.
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