BYD Aktie: 95 Prozent Export-Sprung
BYD steigert Juni-Absatz dank fast verdoppelter Exporte, während Inlandsverkäufe einbrechen. Analysten sehen fragile Erholung.

Kurz zusammengefasst
- Juni-Absatz steigt zweiten Monat in Folge
- Exporte legen um 95 Prozent zu
- China-Verkäufe brechen um 22 Prozent ein
- Aktie erholt sich von 52-Wochen-Tief
Starke Nachfrage im Ausland, anhaltende Schwäche auf dem Heimatmarkt. Bei BYD klaffen die regionalen Entwicklungen derzeit weit auseinander. Nach monatelangem Kursverfall liefert der Autobauer nun wichtige operative Signale. Die Absatzzahlen für Juni steigen den zweiten Monat in Folge.
Im Juni verkaufte der Konzern 403.472 Elektro- und Hybridfahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bereits im Mai verzeichnete BYD einen leichten Zuwachs. Damit endet eine lange Durststrecke sinkender Verkäufe.
Den Großteil machten Pkw aus. Hier hielten sich reine Elektroautos und Plug-in-Hybride mit jeweils rund 200.000 Einheiten fast exakt die Waage.
Ausland gleicht China-Schwäche aus
Der eigentliche Treiber dieser Erholung ist das Exportgeschäft. BYD verschiffte im Juni gut 175.000 Fahrzeuge ins Ausland. Das ist ein massiver Sprung von fast 95 Prozent im Jahresvergleich.
Im gleichen Schritt brach der Absatz in China um 22 Prozent ein. Der heimische Markt schwächelt spürbar. Wegfallende Subventionen und ein harter Preiskampf belasten die Branche. Hinzu kommt die gedrückte Verbraucherstimmung durch die Immobilienkrise.
Konkurrenz schläft nicht
Trotz des jüngsten Aufschwungs bleibt die Halbjahresbilanz durchwachsen. Von Januar bis Juni setzte BYD rund 1,8 Millionen Fahrzeuge ab. Das sind knapp 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Juni-Anstieg reicht noch nicht aus, um dieses Loch zu stopfen.
Parallel dazu wächst der Druck durch Mitbewerber. Konkurrent Leapmotor steigerte seine Juni-Verkäufe um 95 Prozent auf über 93.000 Fahrzeuge. Der Gesamtmarkt in China schrumpft laut Branchenprognosen in diesem Jahr voraussichtlich um elf Prozent. BYD kämpft also in einem schrumpfenden Teich gegen aggressive Rivalen.
Aktie extrem überverkauft
An der Börse reagieren Anleger erleichtert. Die Aktie klettert am Mittwoch um 1,4 Prozent auf 8,24 Euro. Kein Wunder. Das Papier kommt von einem extrem niedrigen Niveau.
Erst am Dienstag markierte der Kurs bei 8,03 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 25 Prozent auf der Kurstafel. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 23,7 aktuell eine stark überverkaufte Situation.
Der leichte Kursgewinn ist eine erste Reaktion auf die stabilisierten Monatszahlen. Für eine nachhaltige Trendwende muss BYD jedoch beweisen, dass das Exportwachstum die heimische Flaute dauerhaft ausgleicht. Solange die Verkäufe auf Halbjahressicht deutlich unter dem Vorjahr liegen, bleibt die Erholung fragil.
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