BYD Aktie: Angriff auf Toyota
BYD-Vize Stella Li kündigt an, Toyota innerhalb von fünf Jahren als größten Autohersteller abzulösen. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 3,5 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Angriff auf Toyotas Spitzenposition
- Starkes Wachstum außerhalb Chinas
- Neue Kooperation mit Covestro
- Batteriemarktanteil in China gestiegen
BYD-Vize Stella Li greift hoch: Der chinesische Autobauer will Toyota binnen fünf Jahren als weltweit größten Autohersteller ablösen. Ohne ein einziges Auto in den USA zu verkaufen. Die Ansage kommt an der Börse gut an, die Aktie springt am Donnerstag um 3,52 Prozent auf 10,12 Euro.
Wachstum ohne US-Markt
Li setzt komplett auf Europa, Südostasien und Lateinamerika. Der US-Markt für Passagierfahrzeuge bleibt außen vor. Konzernchef Wang Chuanfu stützt die Strategie und verweist auf die vertikale Integration und die eigene Batterietechnik als Hebel gegen etablierte Marken.
Die Zahlen stützen die Ansage zumindest für den Auslandsmarkt. Im Juni 2026 legten die Verkäufe außerhalb Chinas um knapp 95 Prozent auf 175.349 Fahrzeuge zu. In China selbst gerät das Geschäft dagegen unter Druck. Insgesamt verkaufte BYD im Juni 452.472 Fahrzeuge weltweit, ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Neue Partnerschaft mit Covestro
Parallel zur Expansionsstrategie hat BYD eine langfristige Kooperation mit dem Materialhersteller Covestro besiegelt. Eine Absichtserklärung sieht gemeinsame Entwicklung von Hochleistungskunststoffen und Kreislauflösungen für E-Autos und Energiespeicher vor. Aus einer klassischen Lieferbeziehung soll echte Co-Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden.
BYD erhofft sich davon einen Vorsprung bei der nächsten Fahrzeuggeneration und bei Speichertechnik. Der Schritt passt zum Muster der letzten Monate: Wo möglich, baut der Konzern eigene Kompetenzen tiefer in die Lieferkette hinein aus.
Batteriemarkt: Boden gutgemacht
Auch im Kerngeschäft Batterien zeigt BYD Stärke. Der Marktanteil bei Fahrzeugbatterien in China stieg im Juni um 1,92 Prozentpunkte auf 18,49 Prozent. Der Zuwachs ging zulasten von Marktführer CATL, dessen Anteil im gleichen Zeitraum sank.
Auf der Produktseite bereitet BYD den UK-Start seiner Premiummarke Denza vor. Die Vorbestellungen für das Modell Denza Z starten im Oktober 2026. Der Vorstoß in den Luxussegment soll die Erlösbasis über Einstiegs- und Mittelklassefahrzeuge hinaus verbreitern.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter altem Niveau
Seit dem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro Ende Juni hat die Aktie rund 26 Prozent zugelegt. Zum bisherigen Jahreshoch von 14,80 Euro aus dem Juli 2025 fehlen der Aktie aber noch immer knapp 32 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 63,1 Punkten — die Aktie nähert sich damit überkauftem Terrain, verfügt aber noch über Spielraum nach oben.
Auf Jahressicht steht BYD noch mit gut 7,5 Prozent im Minus. Die Erholung der vergangenen Wochen fällt trotzdem deutlich aus: Allein in den letzten 30 Tagen kletterte der Kurs um mehr als 10 Prozent.
Am 29. August 2026 legt BYD die Halbjahreszahlen vor. Dann zeigt sich, ob das starke Auslandswachstum die Schwäche im Heimatmarkt ausgleichen kann.
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