BYD Aktie: Auslandverkäufe steigen um 71 Prozent
Morgan Stanley bewertet BYD positiv: Starkes Auslandsgeschäft und neue Modelle sollen die Nachfrageschwäche in China ausgleichen.
Kurz zusammengefasst
- Morgan Stanley stuft BYD positiv ein
- Auslandsabsatz wächst um 71 Prozent
- Premium-Marken steigern ihre Verkäufe
- Neue Modelle für zweites Halbjahr
Während die gesamte chinesische Autoindustrie mit sinkenden Gewinnen kämpft, stuft Morgan Stanley BYD als „Overweight“ ein. Die Analysten sehen im weltgrößten Elektroautobauer trotz schwacher Heimatnachfrage einen der aussichtsreichsten Werte der Branche – neben Geely und SAIC.
Der Optimismus stützt sich auf die Exportzahlen: Im Juni verkaufte BYD nach Angaben von Morgan Stanley 403.472 Fahrzeuge, ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das dritte und vierte Quartal kündigt das Unternehmen zudem neue Modelle an. Diese Diversifizierung des Portfolios gilt den Analysten als entscheidender Hebel, um die Schwäche im chinesischen Kernmarkt auszugleichen.
Sieben Autobauer, ein Problem
Die Einstufung fällt in eine Phase, in der praktisch die gesamte chinesische Autobranche unter Druck steht. Alle sieben großen chinesischen Hersteller meldeten für die erste Jahreshälfte Gewinnrückgänge oder Verluste, nachdem der Inlandsmarkt nach dem Auslaufen staatlicher Kaufanreize für Elektrofahrzeuge um rund 20 Prozent geschrumpft war. Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend nach Europa und Übersee – ein Trend, von dem BYD besonders profitiert.
Im ersten Halbjahr stiegen die Auslandsverkäufe des Konzerns um 71 Prozent auf mehr als 790.000 Fahrzeuge, was 44 Prozent des Gesamtabsatzes entspricht. Die Bruttomarge im Auslandsgeschäft lag bei 22 Prozent, fast zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Brasilien hat sich dabei zu einem zentralen Baustein der globalen Expansion entwickelt: Das Werk in Camaçari soll künftig als Sprungbrett für den gesamten lateinamerikanischen Markt dienen.
Premium-Marken und Modellerfolge als Stütze
Auch im margenstärkeren Segment zeigt BYD Stärke. Die High-End-Marken Denza, Fang Cheng Bao und YangWang setzten zusammen rund 228.000 Einheiten ab, ein Zuwachs von 61 Prozent.
Parallel dazu meldet das Modell Dolphin einen Meilenstein: Innerhalb von vier Jahren verkaufte sich der Kleinwagen der A0-Klasse mehr als eine Million Mal in China, allein 2026 kamen über 100.000 Exporteinheiten hinzu. Das Fahrzeug erhielt zudem die Bestnote im LATIN-NCAP-Crashtest.
Diese Erfolge im Ausland und in Nischensegmenten kontrastieren mit der Situation im Heimatmarkt, wo Lieferengpässe bei der zweiten Generation der Blade-Battery die Verkaufszahlen belastet hatten und der Preiswettbewerb weiter anhält.
Was das für Anleger bedeutet
Die Aktie notiert am Freitag bei 9,92 Euro, nach einem Rückgang von 4,2 Prozent auf Monatssicht und einem Minus von 21 Prozent im Jahresvergleich. Damit liegt der Kurs rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 12,99 Euro, das Ende August markiert wurde.
Auch gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,44 Euro notiert das Papier mit einem Abstand von knapp 5 Prozent im Minus – ein Zeichen dafür, dass die Markterholung bislang nicht in den Kurs eingepreist ist.
Die Einstufung von Morgan Stanley signalisiert, dass zumindest ein Teil der Anlegerschaft die Auslandsexpansion stärker gewichtet als die Schwäche im chinesischen Kerngeschäft. Ob sich diese Sichtweise durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie stabil sich die für das zweite Halbjahr angekündigten neuen Modelle in einem zunehmend hart umkämpften globalen Markt schlagen.
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