BYD Aktie: Bestellt zehn Autotransporter
BYD steigert das Auslandsgeschäft, während Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr sinken und die Aktie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert.

Kurz zusammengefasst
- Vier neue Werke in Europa geplant
- Zehn zusätzliche Autotransporter bestellt
- Auslandsumsatz erreicht 52,57 Prozent
- Aktie 28 Prozent unter Jahreshoch
BYD treibt seinen Expansionskurs in Europa und auf See voran. Ein früherer Fiat-Chrysler-Manager, der BYD in Europa berät, kündigte auf einer Veranstaltung in Turin an, dass der chinesische Autobauer langfristig vier Werke auf dem Kontinent errichten will: drei Montagewerke für Fahrzeuge und eine Batteriefabrik für Elektroautos. Damit unterlegt BYD den Anspruch, außerhalb Chinas dauerhaft Fuß zu fassen.
Parallel dazu wächst die Logistikflotte des Unternehmens deutlich. Nach Berichten aus Schifffahrtspublikationen hat BYD zehn zusätzliche Autotransporter bestellt, jeweils mit einer Kapazität von 9.200 Fahrzeugäquivalenten. Damit würde sich die Flotte auf 18 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von mehr als 130.000 Fahrzeugen erweitern.
Gebaut werden die Schiffe von China Merchants Industry in den Werften Jinling und Haimen, die Lieferungen sind zwischen 2027 und 2029 vorgesehen. Wer den weltweiten Vertrieb organisieren will, braucht Schiffsraum – BYD sichert sich diesen offenbar frühzeitig und in großem Stil.
Auslandsgeschäft trägt inzwischen die Mehrheit des Umsatzes
Diese Investitionen fügen sich in eine Strategie, die die Halbjahreszahlen bereits sichtbar gemacht haben. Im ersten Halbjahr 2026 überstieg der Auslandsumsatz erstmals die Hälfte des Konzernumsatzes und erreichte einen Anteil von 52,57 Prozent.
Die Übersee-Verkäufe von Neuenergiefahrzeugen kletterten um 68 Prozent auf 790.000 Einheiten, das Geschäft erstreckt sich mittlerweile auf mehr als 120 Länder. Für 2027 hat sich BYD das Ziel gesetzt, mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen – eine deutliche Beschleunigung, mit der das Unternehmen dem intensiven Preiskampf im chinesischen Heimatmarkt ausweichen will.
Im Inland belastete dieser Preiskampf die Profitabilität spürbar. Der Halbjahresumsatz sank um 7,13 Prozent auf 344,82 Milliarden Yuan, der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn brach um 20,54 Prozent auf 12,33 Milliarden Yuan ein.
Konzernchef Wang Chuanfu machte dafür vor allem Engpässe bei der zweiten Generation der „Blade Battery“ verantwortlich, deren Produktionskapazität noch in der Hochlaufphase stecke. „Die Verkäufe dieses Jahres hängen von der Batterieproduktion ab“, sagte er.
Der Verwaltungsrat verzichtete zudem auf eine Zwischendividende – ein Schritt, der zu einem kapitalintensiven Expansionskurs passt, bei dem Werksbau und Flottenaufbau Vorrang vor Ausschüttungen haben.
Ein Lichtblick im Zahlenwerk: Die höherpreisigen Marken Denza, Fang Cheng Bao und Yangwang legten gemeinsam um 61 Prozent zu und steigerten ihren Anteil an den Pkw-Verkäufen des Konzerns auf 12,8 Prozent. BYD gelingt es damit, sich stückweise aus dem margenschwachen Massensegment nach oben zu bewegen, während gleichzeitig neue Produktionskapazitäten in Übersee entstehen sollen.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage bislang nicht in Zuversicht. Das Papier notiert bei 9,03 Euro und liegt damit 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das Anfang Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 16 Prozent, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 27 Prozent. Auch gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,32 Euro liegt der Kurs derzeit rund 12 Prozent zurück – ein Zeichen dafür, dass Anleger die margenschwache Heimatmarktlage stärker gewichten als die Fortschritte im Auslandsgeschäft.
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