BYD Aktie: Bremspedal-Fehler löst Rückruf aus
BYD muss wegen eines Bremsmangels über 180.000 Autos zurückholen, während der Konzern in Europa Werke plant und im Ausland stark wächst.

Kurz zusammengefasst
- Bremsfehler löst Rückruf in China aus
- BYD-Aktie verliert 0,8 Prozent
- Auslandsauslieferungen übertreffen 189.000 Fahrzeuge
- Zweites Europa-Werk noch unentschieden
Ein Fabrikationsfehler am Bremspedal zwingt den chinesischen Elektroautobauer zu einer Reparaturaktion auf dem Heimatmarkt. Wie Chinas Marktregulierungsbehörde gestern mitteilte, muss das Unternehmen mehr als 180.000 Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Laut Reuters ist die Behebung des sicherheitsrelevanten Mangels unverzüglich vorgesehen.
An den Börsen reagierten die Anleger verhalten auf die Nachricht. Die BYD-Aktie ging am Freitag mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 9,00 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Kursrückgang damit auf 16 Prozent.
Für den Konzern kommt der Zwischenfall zu einem sensiblen Zeitpunkt. Das Management forciert die internationale Expansion, um dem anhaltenden Verdrängungswettbewerb in China auszuweichen. Qualitätsmängel im Heimatmarkt bergen das Risiko, das Vertrauen potenzieller Käufer im Ausland zu belasten.
Ehrgeizige Pläne für den europäischen Markt
Besonders in Europa setzt der Hersteller auf einen massiven Ausbau seiner Präsenz. Ein Europa-Berater von BYD erklärte am Donnerstag laut Reuters, das Unternehmen benötige auf lange Sicht drei Montagewerke für Fahrzeuge sowie eine Batteriefabrik auf dem Kontinent. Die Produktion am ersten Standort in Ungarn läuft derzeit an. Bis zum Jahresende soll zudem die Entscheidung über ein zweites Werk fallen.
Parallel dazu bereitet der Konzern den Vorstoß in neue Fahrzeugsegmente vor. Auf der Fachmesse IAA Transportation in Hannover kündigte BYD am Montag an, im kommenden Jahr seinen ersten schweren Lastwagen in Europa einzuführen. Auch Nutzfahrzeuge sollen schlussendlich vor Ort gefertigt werden. Man werde auf lange Sicht alles, was man in Europa verkaufe, auch lokal produzieren, betonte Stella Li.
Die Strategie einer rein lokalen Fertigung zielt darauf ab, mögliche Zölle und Handelsbarrieren wirksam abzufedern. Zugleich verkürzt der Aufbau europäischer Lieferketten die Transportwege und stärkt die Marktposition im Wettbewerb mit etablierten westlichen Herstellern.
Starkes Übersee-Wachstum trotz Gegenwind
Die Notwendigkeit neuer Absatzmärkte spiegelt sich in den jüngsten Absatzzahlen wider. Im August lieferte das Unternehmen weltweit 440.293 Einheiten aus, was einem Plus von 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Das Auslandsgeschäft verdoppelte sich im selben Zeitraum mehr als und erreichte 189.466 Fahrzeuge.
Medienberichten zufolge strebt das Management für das Gesamtjahr Übersee-Auslieferungen von 1,9 bis 2,0 Millionen Fahrzeugen an. Auf Unternehmensebene rückt unterdessen die Verwaltung in den Fokus: Für den 29. September hat der Konzern eine außerordentliche Hauptversammlung anberaumt, bei der unter anderem Satzungsänderungen und die Besetzung von Vorstandsposten zur Abstimmung stehen.
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