BYD Aktie: Cassino und Mirafiori im Visier
Chinas E-Auto-Primus BYD verhandelt über den Kauf ungenutzter Werke in Europa, um Zölle zu umgehen und schneller zu wachsen.

Kurz zusammengefasst
- Gespräche über Fabrikübernahmen in Europa
- Umgehung von EU-Strafzöllen geplant
- Rekord bei Auslandsverkäufen im April
- Citigroup sieht Kurspotenzial für Aktie
Europas Autobauer kämpfen mit leeren Werkshallen. BYD sieht darin eine Chance. Der chinesische Elektroauto-Riese verhandelt aktuell über die Übernahme ungenutzter Fabriken auf dem Kontinent. Das Ziel: eine deutlich schnellere Expansion in Europa.
Zölle umgehen, Kapazitäten nutzen
Vizepräsidentin Stella Li bestätigte entsprechende Gespräche am Rande einer Konferenz in London. BYD will die Werke in Eigenregie betreiben. Joint Ventures lehnt das Management ab. Im Fokus stehen offenbar italienische Standorte von Stellantis. Besonders die Werke Cassino und Mirafiori gelten als Wackelkandidaten. In Cassino liefen im ersten Quartal kaum noch 3.000 Fahrzeuge vom Band. Die Produktion ruht dort an den meisten Tagen im Monat.
Die strategische Logik hinter den Plänen ist simpel. Brüssel hat 2024 Strafzölle von bis zu 35 Prozent auf chinesische Elektroautos verhängt. Eine lokale Produktion umgeht diese Hürde. Parallel dazu saugt BYD die Überkapazitäten auf, die europäische Hersteller belasten. Hohe Kosten und eine schwache Nachfrage zwingen Konzerne wie Stellantis oder Renault zum Handeln. Ein Stellantis-Sprecher verwies lediglich auf branchenübliche Gespräche. Gerüchte kommentiere man nicht.
Neben Fabriken prüft BYD laut Li auch den Kauf angeschlagener europäischer Automarken.
Rekordverkäufe treiben die Expansion
Der chinesische Konzern baut bereits eigene Kapazitäten auf. Ein Werk im ungarischen Szeged öffnet noch in diesem Jahr. Ein zweiter Standort in der Türkei folgt bis 2027. Zukäufe würden diesen Zeitplan massiv beschleunigen.
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Der Druck wächst, denn die internationalen Verkäufe explodieren. Im April lieferte BYD 135.000 Fahrzeuge ins Ausland. Das entspricht einem Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Großbritannien hat die Marke mittlerweile Tesla und alle europäischen Konkurrenten überholt. Ein weiterer Faktor spielt BYD in die Karten. Der US-Iran-Konflikt treibt die Ölpreise nach oben. Das stärkt die Nachfrage nach Elektroautos spürbar.
Rückenwind für die Aktie?
An der Börse spiegelt sich diese operative Dynamik noch nicht wider. Die Aktie notiert in Hongkong bei knapp 100 Dollar. Auf Jahressicht steht ein Minus von gut 32 Prozent auf der Kurstafel.
Analysten bleiben dennoch optimistisch. Die Citigroup rät zum Kauf und sieht das Kursziel bei 142 Dollar. Die Experten erwarten für das zweite Quartal einen operativen Kerngewinn im zweistelligen Milliardenbereich (Renminbi). Voraussetzung dafür ist ein stabiles Preisniveau auf dem chinesischen Heimatmarkt.
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