BYD Aktie: CATL-Enttäuschung zieht Kurs nach unten

BYDs kumulierter Fahrzeugabsatz liegt unter Vorjahr; neue Modelle müssen erst noch zeigen, ob sie zusätzliche Käufer gewinnen.

Redaktion Stock-World ·

Kurz zusammengefasst

  • BYD-Aktie verliert 3,5 Prozent
  • Kumulierte Verkäufe liegen unter Vorjahr
  • Great Han kam in China auf den Markt
  • ATTO 8 in Paris vorgestellt

Die Branchenschwäche verschärft den Bewertungsdruck

BYD steht heute mit einer Tagesveränderung von -3,5% im schwachen Branchenumfeld unter Druck. Gestern belastete das enttäuschende Gewinnwachstum von CATL chinesische Batterie- und Fahrzeugwerte.

Für Anleger stellt sich damit eine operative Frage: Können die neuen Modelle von BYD eine Absatzwende unterstützen? Erst entsprechende Verkaufszahlen würden helfen, zwischen branchenbedingtem Verkaufsdruck und einer anhaltenden eigenen Nachfrageschwäche zu unterscheiden.

CATL meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von rund RMB 21,25 Milliarden. Das entsprach einem Wachstum von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erwartet worden waren RMB 26,03 Milliarden.

Die Enttäuschung erfasste Medienberichten zufolge auch BYD. Dieser Zusammenhang beschreibt das belastete Umfeld, erklärt aber nicht automatisch die gesamte heutige Kursbewegung. Für eine vorausschauende Bewertung reicht die Reaktion auf einen anderen Konzern deshalb nicht aus. Entscheidend bleibt, ob BYD mit seinem eigenen Geschäft wieder überzeugendere Nachfragebelege liefert.

Der kumulierte Absatz ist der Prüfstein

Der kumulierte Absatz von BYD bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben lag um 3,94 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die Messlatte für eine Erholung liegt deshalb klarer beim Absatz als bei weiteren Produktankündigungen. Neue Modelle können das Angebot erweitern. Ob sie zusätzliche Nachfrage schaffen, lässt sich jedoch erst an den Verkäufen erkennen. Eine erfolgreiche Markteinführung und eine belastbare Absatzwende sind deshalb zwei unterschiedliche Schritte.

Für September wies BYD 463.561 verkaufte Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus. Diese Monatszahl allein belegt noch keine Trendwende, denn der kumulierte Vergleich blieb negativ.

Für Anleger ist daher vor allem die Richtung dieses Rückstands relevant. Wird er kleiner, könnte das die These einer operativen Stabilisierung stützen. Vertieft er sich, würden auch weitere Modellneuheiten zunächst wenig an der schwächeren Absatzentwicklung ändern. Das ist der zentrale Maßstab für die kommenden Unternehmensmeldungen.

Neue Modelle schaffen eine Chance auf Stabilisierung

Am 16. Oktober brachte BYD die batterieelektrische Limousine Great Han beziehungsweise Da Han in China auf den Markt. Am 12. Oktober stellte das Unternehmen zudem den ATTO 8 auf dem Pariser Autosalon vor.

Damit stehen konkrete Produkte hinter einer möglichen Erholungsthese, nicht nur allgemeine Expansionsabsichten. Im günstigen Szenario finden diese Modelle zusätzliche Käufer und unterstützen die Absatzentwicklung. Ihr bloßes Erscheinen reicht dafür allerdings nicht: Die Nachfrage muss sich anschließend auch in den Verkaufsberichten niederschlagen.

Der ATTO 8 verfügt nach Unternehmensangaben über sieben Sitze und eine Blade-Batterie der zweiten Generation mit 115 kWh. Hinzu kommt die Ladetechnik FLASH Charging.

Diese Ausstattung beschreibt das Produktangebot, beweist aber noch keinen Verkaufserfolg. Für Anleger wäre deshalb eine Kombination überzeugender: neue Modelle im Markt und gleichzeitig ein nachlassender kumulierter Absatzrückgang. Erst dann bekäme die positive Interpretation der Produktoffensive eine operative Grundlage.

Geopolitik und Absatzschwäche können sich verstärken

Die Gegenposition ist ernst zu nehmen. Am 8. Oktober bezeichnete die geschäftsführende Vizepräsidentin Stella Li die Geopolitik als größte Herausforderung für die Expansion im Ausland. Damit kommt neben der Absatzentwicklung ein Risiko hinzu, das BYD nicht allein über Produkteigenschaften steuern kann.

Im ungünstigen Szenario begrenzen solche Hürden die Wirkung des erweiterten Angebots. Zugleich könnten schwache Nachrichten anderer Branchenunternehmen die Risikobereitschaft der Anleger weiter belasten. Die Reaktion auf CATL verdeutlicht, dass selbst neue BYD-Modelle keinen Schutz vor einem breiteren Ausverkauf bieten.

Auch die positive Haltung des Unternehmens zu den chinesisch-europäischen Handelsgesprächen ist deshalb nicht mit einer gelösten Handelsfrage gleichzusetzen. BYD begrüßte am 14. Oktober deren Ergebnis und verwies auf einen stabilen, berechenbaren Rahmen für den Handel mit Hybridfahrzeugen. Ob daraus zusätzlicher Absatz entsteht, bleibt eine eigenständige wirtschaftliche Frage.

Weitere Verkaufszahlen müssen die Produktstory bestätigen

Solange der kumulierte Absatzvergleich negativ bleibt, ist eine Erholungsthese bei BYD vor allem eine Erwartung an die neuen Modelle. Verringert sich der Rückstand, könnte das eine günstigere Einschätzung stützen. Weitet er sich aus, spräche dies gegen eine bereits tragfähige operative Stabilisierung.

Der nächste konkrete Prüfstein wären weitere Absatzmeldungen des Unternehmens. Sie könnten zeigen, ob das erweiterte Modellangebot tatsächlich Nachfrage gewinnt. Für die Anlegerentscheidung zählt damit weniger, ob der Sektordruck kurzfristig nachlässt. Wichtiger ist, ob BYD die Produktneuheiten in eine bessere Verkaufsentwicklung übersetzen kann.

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BYD Aktie

7,83 EUR

– 0,30 EUR -3,71 %
KGV 19,82
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,49 %
Marktkapitalisierung 689,26 Mrd. HKD
Ø Kursziel 105,20 CNY
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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