BYD Aktie: Datang-Start rückt auf 8. Juni
BYD hat beim neuen Elektro-SUV Datang ein ungewöhnliches Problem: Die Nachfrage läuft schneller als die Produktion. Der offizielle Marktstart rückt deshalb nach hinten. Nicht schwache Kundenresonanz bremst den Start, sondern der Versuch, Auslieferungen und Händlerbestände landesweit sauber zu synchronisieren.
Batterien bremsen den Zeitplan
Der Datang sollte ursprünglich Ende Mai in den Markt gehen. Nun plant BYD den Start für den 8. Juni. Mehrere Händler hatten zuvor noch keine ersten Fahrzeuge oder Ausstellungswagen erhalten.
Der Engpass sitzt tiefer in der Lieferkette. BYD kämpft bei Modellen mit neuer Schnellladeplattform mit begrenzter Batteriekapazität. Konzernchef Wang Chuanfu hatte bereits eingeräumt, dass die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Flash-Charging-Technik die aktuelle Batterieproduktion übersteigt.
Das trifft ausgerechnet ein Modell, das technologisch als Aushängeschild dienen soll. Der Datang nutzt BYDs neue Blade Battery der zweiten Generation und die Flash-Charging-Technologie. In der Spitze nennt BYD bis zu 950 Kilometer CLTC-Reichweite und Ladezeiten von rund fünf Minuten.
Vorbestellungen setzen BYD unter Druck
Die Resonanz ist auffällig stark. Nach dem Start der Vorbestellungen auf der Automesse in Peking sammelte das Modell mehr als 30.000 Orders in den ersten 24 Stunden ein. Inzwischen liegen die Vorbestellungen bei über 100.000.
BYD versucht den Kaufanreiz zusätzlich zu erhöhen. Wer vor dem offiziellen Marktstart bestellt, erhält nach Unternehmensangaben kostenlose Ladeleistungen für 18 Monate. Das kann die Nachfrage weiter stützen, erhöht aber den Druck auf Produktion und Logistik.
Der Datang zielt auf Chinas großes Familien-SUV-Segment. Das Fahrzeug bietet sieben Sitze, Luftfederung, Hinterachslenkung und moderne Assistenzsysteme. Mit dem „God’s Eye B“-System samt Dach-Lidar will BYD Funktionen wie Autobahn-Navigation und intelligentes Parken abdecken.
Beim Antrieb stehen Varianten mit einem oder zwei Motoren zur Wahl. Die Leistung reicht von 370 kW bis 585 kW. Die Vorverkaufspreise liegen zwischen 250.000 und 320.000 Yuan.
Premium-Modell in schwierigem Markt
Der verschobene Start kommt in einer heiklen Phase. BYD meldete für das erste Quartal 2026 einen Gewinnrückgang um 55,4 Prozent auf 4,09 Milliarden Yuan. Damit steht der Konzern stärker unter Druck, margenstärkere Modelle zügig hochzufahren.
Hinzu kommt die veränderte Förderkulisse in China. Für 2026 und 2027 halbierte das Land die Kaufsteuervergünstigung für New-Energy-Vehicles auf maximal 15.000 Yuan pro Fahrzeug. Viele Käufe wurden dadurch vorgezogen, was den schwächeren Jahresauftakt zusätzlich erklärt.
Der 8. Juni wird damit zum operativen Test für BYD. Gelingt der Hochlauf, stärkt der Datang die Position im margenreicheren SUV-Segment. Verzögern sich Händlerbestände und Auslieferungen weiter, wird der Engpass bei der neuen Batterieplattform zum sichtbaren Bremsklotz.