BYD Aktie: Export-Rekord von 160.644 Einheiten
BYD meldet erstmals seit Monaten wieder ein Jahreswachstum, doch die Schwäche im Heimatmarkt China und ein Exportrekord prägen das Bild.

Kurz zusammengefasst
- Erstes Jahresplus seit acht Monaten
- Heimatmarkt China weiter rückläufig
- Exporte erreichen neuen Rekordwert
- Hybride stützen, reine E-Autos schwächeln
BYD hat im Mai erstmals seit acht Monaten wieder ein Jahreswachstum bei den Verkaufszahlen gemeldet. Der Jubel hält sich in Grenzen. Denn hinter dem Plus steckt eine Verschiebung, die Investoren genau lesen sollten.
Globales Plus, chinesisches Minus
Die Gesamtverkäufe von Elektro- und Hybridfahrzeugen lagen im Mai bei 383.453 Einheiten — ein Anstieg von 0,26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber April legte BYD sogar um knapp 20 Prozent zu. Die Produktionszahlen stiegen um 8,8 Prozent, womit auch ein seit Juli 2025 anhaltender Produktionsrückgang endete.
Das klingt nach Trendwende. Ist es aber nur zur Hälfte.
Im chinesischen Heimatmarkt fielen die Verkäufe im Mai um 24 Prozent auf 222.809 Einheiten. Es war der 13. Rückgang in Folge. Schwächelnde Binnennachfrage, harter Wettbewerb und auslaufende staatliche Förderung belasten das Massenmarktsegment.
Auslandsgeschäft trägt die Last
Den Ausgleich schafft BYD im Ausland. Die Exportverkäufe stiegen im Mai um 80,4 Prozent auf 160.644 Einheiten — ein neuer Rekord. Das entspricht rund 42 Prozent der gesamten monatlichen Verkäufe.
Das Wachstum kommt also nicht aus dem Kernmarkt, sondern aus dem Export. Das ist eine wichtige Unterscheidung. Die Erholung der Gesamtzahl täuscht über die anhaltende Schwäche in China hinweg.
Produktmix zeigt weitere Risse
Auch innerhalb der Produktpalette lohnt ein genauerer Blick. Die globalen Passagierfahrzeugverkäufe lagen mit 376.990 Einheiten nahezu auf Vorjahresniveau. Reine Batteriefahrzeuge sanken dabei um 2,79 Prozent auf 198.674 Einheiten. Plug-in-Hybride legten um 3,34 Prozent auf 178.316 Einheiten zu. Das flache Gesamtergebnis bei Passagierfahrzeugen verdankt sich also dem Hybrid-Segment — nicht der Stärke bei reinen Elektroautos.
Kumuliert bleibt das Bild schwach. Von Januar bis Mai verkaufte BYD 1.405.039 Elektro- und Hybridfahrzeuge. Das sind 20,32 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025.
Kurs reagiert verhalten
Die Hongkonger BYD-Aktie schloss am 1. Juni bei 90,75 Hongkong-Dollar — ein Minus von 0,60 Prozent auf Tagesbasis. Auf Jahressicht liegt das Papier rund 4,82 Prozent im Minus.
Die Kursbewegung spiegelt die Stimmungslage treffend wider. Investoren sehen zwar, dass der Abwärtstrend bei den Verkaufszahlen gestoppt ist. Sie sehen aber auch, dass der chinesische Heimatmarkt weiter schrumpft und das Jahresdefizit erheblich bleibt. Ob BYD im Juni eine echte Erholung der Inlandsnachfrage vorweisen kann oder erneut auf Exportwachstum angewiesen ist, wird die entscheidende Kennzahl für den weiteren Kursverlauf sein.
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