BYD Aktie: Exportbremse greift zu!
BYD führt den chinesischen Markt für alternative Antriebe an, verzeichnet jedoch sinkende Verkäufe und sieht sich politischen Exportbeschränkungen gegenüber.
Kurz zusammengefasst
- BYD-Aktie verliert heute 3,4 Prozent
- September-Absatz sinkt um 28,9 Prozent
- Marktanteil erreicht 22,8 Prozent
- Niedrigere Exporterstattung ab April 2027
BYD verzeichnet heute eine Kursveränderung von -3,4% in einem schwachen Umfeld für chinesische Auto- und Batteriewerte. Medienberichten zufolge belastet das enttäuschende Gewinnwachstum von CATL die Branchenstimmung. Für BYD treffen diese Sorgen auf eigene Herausforderungen: politischen Gegenwind im Exportgeschäft und einen rückläufigen Absatz auf dem chinesischen Heimatmarkt.
CATL belastet die Branchenstimmung
CATLs Gewinnwachstum im dritten Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Enttäuschung setzte heute auch in Hongkong notierte Autobauer unter Druck. Zugleich belasteten breitere Sorgen um die Verfassung des chinesischen Konsumsektors die Aktienmärkte in China und Hongkong.
Damit steht BYDs Kursrückgang in einem negativen Branchen- und Marktumfeld. Die CATL-Zahlen sind keine Geschäftsmeldung von BYD. Sie verschärfen aber die Zurückhaltung gegenüber einem Sektor, in dem Absatzentwicklung und Ertragsaussichten besonders im Fokus stehen.
Politische Hürden für das Exportgeschäft
BYDs geschäftsführende Vizepräsidentin Stella Li bezeichnete am 8. Oktober die Geopolitik als größte Herausforderung für die Expansion. Mit dem Verkauf von Personenwagen in den Vereinigten Staaten wolle das Unternehmen vorerst warten.
Auch für das Europageschäft zeichnen sich mögliche Einschränkungen ab. Reuters berichtete am 12. Oktober über eine chinesisch-europäische Vereinbarung zur Begrenzung von Hybridexporten. Nach einer dabei genannten Einschätzung von Jefferies entfielen mehr als 90% des chinesischen Hybridabsatzes in der EU auf BYD, SAIC und Chery zusammen.
Für BYD könnte eine solche Begrenzung einen wichtigen Exportkanal einengen. Daneben droht eine steuerliche Belastung: Chinas Finanzministerium und Steuerverwaltung kündigten eine Senkung der Mehrwertsteuererstattung für NEV-Exporte von 13% auf 9% ab dem 01.04.2027 an.
Die Änderung betrifft damit nicht nur die Absatzmöglichkeiten, sondern auch die Wirtschaftlichkeit exportierter Fahrzeuge.
Eine am 12. Oktober berichtete Schätzung der Deutschen Bank bezifferte die mögliche Verringerung des Nettogewinns auf etwa 5.000 yuan je exportiertem Fahrzeug. Das ist eine Prognose und kein bereits eingetretener Ergebnisrückgang.
Marktführung schützt nicht vor Absatzdruck
Im chinesischen Heimatmarkt führte BYD im September den Einzelhandelsabsatz von Personenwagen mit alternativen Antrieben an. Nach Daten der China Passenger Car Association verkaufte das Unternehmen 246.816 Fahrzeuge und erreichte einen Marktanteil von 22,8%. Gegenüber dem Vorjahr sank der Absatz jedoch um 28,9%.
Die Spitzenposition und der deutliche Rückgang bestehen somit nebeneinander. Für Anleger liegt die zentrale Herausforderung darin, dass politische Exporthürden auf einen schwächeren Heimatabsatz treffen. Das belastete Branchenumfeld rückt diese Risiken heute zusätzlich in den Vordergrund.
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